Lincoln-Fabrik in Kentucky
Trump rettet Ford-Werk, das nicht gefährdet war

Den Autokonzern Ford hatte der künftige US-Präsident im Wahlkampf regelmäßig kritisiert: Werke würden nach Mexiko verlagert, Jobs in den USA gestrichen. Ein Werk in Kentucky will Trump jetzt gerettet haben.
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WashingtonAm späten Donnerstagabend New Yorker Ortszeit hat der kommende US-Präsident Donald Trump per Kurznachrichtendienst Twitter von einem Anruf des Verwaltungsratschef von Ford berichtet: Er habe gerade mit seinem Freund Bill Ford telefoniert und gehört, dass ein Werk der Ford-Luxusmarke Lincoln in Kentucky bleiben werde – und nicht nach Mexiko verlagert werde.

Es klingt wie ein erster Erfolg des republikanischen Politikers, noch bevor er sein Amt angetreten hat. Im Wahlkampf hat er regelmäßig Firmen scharf dafür kritisiert, Werke ins Ausland zu verlagern und Stellen in den USA abzubauen. Eines seiner Lieblingsziele war dabei der Autohersteller Ford.

Tatsächlich hat Ford jedoch etwas anderes beschlossen. In dem Werk in Louisville fertig Ford zwei Modelle: den SUV Ford Escape und den Lincoln MKC. Die Produktion des Lincoln-Modells hatte Ford tatsächlich nach Mexiko verlagern wollen, da die Nachfrage nach dem Ford Escape zu groß sei und mehr davon gefertigt werden sollten. „Sie können einfach nicht genug Escapes herstellen“, so ein Gewerkschaftsvertreter zur Detroit Free Press.

Ein Schließen des Werks stand jedoch nie zur Debatte, wie viele Arbeitsplätze in Louisville gefährdet gewesen wären durch einen Umzug der Lincoln-Produktion ist unbekannt. Der Produktionsmix in Louisville bleibt jetzt aber aufrecht erhalten. Die „New York Times“ zitierte aus einer Stellungnahme Fords: „Wir sind ermutigt, dass der gewählte Präsident und der neue Kongress eine Politik verfolgen werden, die die Wettbewerbsfähigkeit der USA verbessern wird und es möglich machen wird, die Produktion dieses Fahrzeugs in den USA zu halten.“

In Louisville fertien 4.700 Ford-Mitarbeiter derzeit pro Jahr 258.000 Ford Escape und 20.000 Lincoln MKC. Die MKC-Produktion hatte ursprünglich bis 2019 auf null zurück gefahren werden sollen. Ab 2018 will Ford die Produktion von kleinen Fahrzeugen in Mexiko aufnehmen - zusätzlich zu den bereits bestehenden Werken in dem Nachbarland der USA.

Trump hatte im Wahlkampf damit gedroht, einen Strafzoll in Höhe von 35 Prozent auf in Mexiko produzierte Fahrzeuge zu erheben. Auch das Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada hat er zur Disposition gestellt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
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Kommentare zu " Lincoln-Fabrik in Kentucky: Trump rettet Ford-Werk, das nicht gefährdet war"

Alle Kommentare

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    Aber immer gerne, dafür gebe ich und Herr von Horn uns richtig Mühe.
    Nicht einfach den ganzen Tag zu allen Artikeln Kommentare zu schreiben.
    Da muss man schon einen breit aufgestellten Sachverstand haben. Danke

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Vielleicht irre ich mich auch (hoffentlich), wir erleben die Vollbeschäftigung, ein friedliches Deutschland mit friedlichen neuen Einwohnern, der Wohlstand für alle bricht aus............naja, träumen wird man noch dürfen.

    Leider sprechen die NoGo-Areas, die aufkommenden Rockerbanden, erstarken mafiöser Strukturen, Zunahme der islamistischen Gefährder, dadurch ansteigender Rechtsextremismus, deutliche Zunahme der Einbrüche, Zunehmnde Gewalt gegen Polizisten und Rettungsdienste, geplante Abschaffung des Bargelds etc. in eine völlig andere Richtung.

    je schlimmer die Situation wird (wahrscheinlich ist das so in der New World Order o vorgesehen), desto restriktivere Gesetze können auf den Weg gebracht werden. Nicht um der Kriminalität Einhalt zu gebieten, sondern um die Bevölkerung komplett zu kontrollieren. Dann noch ein paar Notstandsgesetze, fertig ist die Diktatur.

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