Linde

Büchele verschärft den Sparkurs

Die geplatzten Fusionsverhandlungen mit Praxair haben beim Gasespezialist Linde Konsequenzen. Der scheidende Konzernchef Wolfgang Büchele legt ein neues Sparprogramm auf – das auch Arbeitsplätze kosten wird.
Update: 28.10.2016 - 09:25 Uhr 27 Kommentare

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MünchenEs war kein guter Sommer für Linde-Chef Wolfgang Büchele. Die Fusionsverhandlungen mit dem US-Konkurrenten Praxair platzten. Als Konsequenz kündigte Büchele, der hinter dem Zusammenschluss stand, an, seinen im Mai auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Nach nur einer Amtszeit wird er Linde wieder verlassen.

Im Herbst gibt es nun auch keine besonders erfreulichen Nachrichten. Wegen des schwierigen konjunkturellen Umfelds und wohl auch als Konsequenz aus dem Scheitern der Fusion verkündete Büchele am Freitag ein neues Sparprogramm mit dem Namen „Lift“. Dabei werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Die Kosten sollen mit Hilfe des Programms in den nächsten drei Jahren um zusätzlich 370 Millionen Euro im Jahr gesenkt werden. „Unsere klare Vision ist, Linde langfristig und nachhaltig zu einem der profitabelsten und präferierten Anbieter im Industriegase-Engineering-Geschäft auszubauen", sagte Büchele. Der Wachstumskurs werde fortgesetzt. Die Linde-Aktie stieg am Freitagmorgen zum Handelsstart gegen den Markttrend um 2,8 Prozent.

Die Quartalszahlen fielen angesichts des schwierigen Umfelds gar nicht einmal so schlecht aus. Der Umsatz stagnierte währungsbereinigt bei 4,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte bereinigt um gut drei Prozent auf eine Milliarde Euro zu. Ohne Berücksichtigung der Währungseffekte sanken beide Kennzahlen um gut zwei Prozent. Damit blieb Linde im Rahmen der Erwartungen, auch die vorsichtige Prognose bestätigte Büchele. Doch noch immer halten sich die Kunden mit Investitionen zurück, eine rasche Erholung ist nicht in Sicht.

Ein strategischer Ausweg sollte da die Fusion mit Praxair zu einem neuen Weltmarktführer sein. Die beiden Unternehmen würden sich nicht nur nach Einschätzung von Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle sehr gut ergänzen. Ganz ist das Thema daher noch nicht vom Tisch. Sowohl Reitzle als auch Praxair-Chef Stephen Angel haben sich Hintertüren offengelassen. Allerdings hat Büchele nach Informationen des Handelsblatts intern verkündet, dass es zumindest in der Zeit, in der er noch Chef ist, keinen neuen Anlauf geben wird. Für das nächste halbe Jahr wäre das Thema Fusion damit vom Tisch.

In einer handfesten Krise steckt Linde nicht, das betonte Büchele auch jetzt. „Insgesamt befindet sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg.“ In den ersten neun Monaten sanken die Erlöse auch wegen Währungseffekten um rund vier Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um gut zwei auf knapp 3,1 Milliarden Euro. Währungsbereinigt sah es etwas besser aus.

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27 Kommentare zu "Linde: Büchele verschärft den Sparkurs"

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  • Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie artikelbezogen die Kommentare sind.

    Übrigens: Heute mal wieder auf der Pole im Kommentarranking - Harald Trautmann. Er ist einfach unschlagbar.

  • Hallo Herr Trautmann, fahren Sie mal in die Schweiz....

    Ansonsten böte es sich an die Gesellschaft von destruktiven/nutzlosen Ausgaben zu entlasten.

    - Aufforderung an die EZB zu einer soliden Geldpolitik zurückzukehren, andernfalls Ausscheiden aus dem €.
    - Die Gäste der Kanzlerin die keine positiven Erwerbsaussichten haben zur Heimkehr zu ermutigen.
    - Abschaffung des Kündigungsschutzes analog Schweiz
    - Abschaffung des EEG ("Erneuerbare Energien") und motivieren der Eigentümer von Solaranlagen mit Umwelt und Sicherheitsvorschriften den Giftmüll von den Dächern zu nehmen.
    - Kürzung H4, Abschaffung Mindestlohn um die weniger produktiven Mitmenschen zu einer Erwerbstätigkeit zu ermuntern.
    - Abschaffung des Klimaschwindels
    - Halbierung der Entwicklungshilfe

    Das müsste reichen die Kaufkraft der Bevölkerung um 15 - 20% nahezu auf Schweizer Niveau zu erhöhen.

  • @ Holger

    Bringen Sie doch mal Vorschläge. was wäre aus Ihrer Sicht sinnvoll, damit diese Entwicklung in Deutschland zukünftig nicht in „amerikanischen Verhältnissen“ endet.
    Was würden Sie der Politik vorschlagen?
    Wie können WIR alle zusammen das Schiff wieder auf den richtigen Kurs bringen?

  • Hallo Herr Trautmann, Sie können natürlich die Steuern weiter erhöhen

    "einfachen gerechten Steuersystem, in welchem alle Steuerprivilegien (vor allem für Selbststäündige und Bestverdiener) und Ausnahmeregelungen zusammengestrichen werden. Wie wäre es damit, wenn ALLE in die gesetzlliche Rentenversicherung einbezahlen würden".

    und ich vermute dass sich das auch viele Deutsche gefallen lassen. Allerdings wird dies nur 3 - 4 Jahre reichen. Dann haben Alterung der Gesellschaft, Familiennachzug der Gäste der Kanzlerin, noch mehr "Klimawandel" und "Erneuerbare Energien" diesen Einnahmezuwachs aufgefressen.

    Ich bin glücklich im kapitalistischen Ausland zu leben wo die Steuern (Steuersätze 1/3 bis 1/2 derer in D) erträglich sind und die unproduktiven Zombikomplexe im Rahmen bleiben.

  • Hallo Harald

    Ich bin voll auf Deiner Linie!

  • @ Josef Schmidt28.10.2016, 10:11 Uhr

    Das ist ja das perfide!

    Wodurch ist Deutschland denn groß geworden? Doch nur durch seine Innovationskraft und den Fleiß und die Fähigkeit seiner Bewohner!

    Das Alles wird im Zuge einer globalisierten Welt in Frage gestellt.

    Man muss sich die Produkte, die ehemals stolz mit dem Qualitätskriterium "Made in Germany" warben, einmal genauer ansehen.

    Heutzutage steht dann "engineered in Germany" oder "designed in Germany" oder ähnlicher Firlefanz drauf. Das heißt, um es salopp auszudrücken und mit der Sprache der Schiffahrt, "3 deutsche Offiziere und 20 Phillipinos sind an Bord".

    Selbst die 3 Offiziere können sich ihres Jobs nicht sicher sein.

    Vieeleicht ist der Russe ja billiger, befolgt die Anweisungen der "Obersten Herresleitunf" (OHL) besser und wird nicht komisch (kritisch) ...

  • Moin Thomas,

    ich sehe die AfD als eine radikalere FDP an, die das rechtskonservative Milieu bedient.
    Ich habe bei der letzten Landtagswahl in BW auch die AfD gewählt, sozusagen die Wahl zwischen Pest und Cholera, zwischen Scheisse und Dunggut. Persönlich glaube ich nicht daran, dass die AfD die sozialen Probleme und die Spaltung der Gesellschaft abschwächen kann. Ein weiterer Grund die AfD zu wählen war auch mein Widerstand gegen die Bankenrettungspoltik der GroKo und diese eledige Einheitswährung Euro, die sich für jeden real sichtbar als Fehlversuch entpuppt.
    Mir ist die Entscheidung AfD zu wählen nicht leicht gefallen, da ich eben kein Rechtskonservativer bin. Mir geht es um eine starke Opposition gegen die Gleichschlaltung der etablierten Parteien, die alles kollektiv abnicken. Egal ob Euro- und Bankenrettung, das Freihandelsabkommen CETA, die offenen Grenzen inkl. aller negativer Begleiterscheinungen für große Teile der deustchen und europäsichen Gesellschaft, alles Alternativlos und ohne jegliches politisches Mandat der deutschen Bevölkerung, Sozusagen ein Putsch der Regierenden und Medien gegen die eigenen Bürger. Und dann wundern sich diese Kreise, dass ihnen immer mehr Menschen von der Fahne gehen?! Soviel Ignoranz gegenüber den eigenen Staatsbürgern und Wählern ist schon bemerkenswert und erklärt die aktuellen Entwicklungen.

  • @ Harald

    "Dazu kam die Agenda 2010 von Rot-Grün. Ein Grund mehr der SPD für alle Zeiten die Wählerstimme zu verweigern. Budnestagswahl 2017 SPD -15% - WIR SCHAFFEN DAS!"

    Ich gebe zu, auch ich habe seit meinem 18. Lebensjahr immer die SPD gewählt, weil das in meiner Heimatstadt Hamburg gute Tradition war und ich in meiner jugendlichen Naivität annahm, dass Wohlstand und sozialer Ausgleich sowie Gerechtigkeit prima miteinander zu verbinden seien.

    Ein Trugschluss! Deshalb bin ich mittlerweile auch so enttäuscht und könnte jeden Tag nur noch kotzen ...

    Deshalb keine Stimme der SPD mehr. Auf zu neuen Ufern. Ich glaube wirklich nicht ernsthaft, dass die AfD etwas reißen wird, aber ich werde diese Partei wählen, weil sie einen Keil zwischen Groko´s und neo-liberalistischen Polit-Konstellationen treiben soll ...

    25% für die AfD bei der Bundestagswahl 2017 reichen !!!

  • @ Holger

    „Sehen Sie dies lässt sich ohne sozialistische Parolen und Verschwörungen mit gesundem Menschenverstand sachlich erklären.“

    Ich mache Ihnen mal einen anderen Vorschlag.
    QWie wäre es mit einem einfachen gerechten Steuersystem, in welchem alle Steuerprivilegien (vor allem für Selbststäündige und Bestverdiener) und Ausnahmeregelungen zusammengestrichen werden. Wie wäre es damit, wenn ALLE in die gesetzlliche Rentenversicherung einbezahlen würden, ohne jeglioche Ausname. Wir wäre es mit einer menschenwürdigen Grundrente und eine Deckelung bei der Höchstrenten- und Pensionshöhe, die sich am Durchschnittslohn der Gesamtbevölkrung bemisst. Gleiches gilt für die Pflegeversicherung und das Gesundheitssystem. warum brauchen wir so viele Krankenkassen, Warum brauchen wir eine aufgeblähte Bundesagentur für Arbeit inkl. ihrer Jobcenter, die Arbeitslosigkeit nur verwalten, anstatten sie zu senken? Warum erhalten Staatsdiener so unverschämt hohe Pensionen und Versorgungsbezüge? Fragen über fragen, und aus Berlin nur immer seichtes Blabla.

  • Moin Harald

    Ich bin der Ansicht, dass diese wenigen großen verbliebenen Unternehmen in der Gase-Branche ein wahrhaftes Luxus-Problem aufweisen.

    Das Überleben scheint nur noch von Umsatz-/Gewinnzahlen/Fusionsphantasien und Marktanteilen bestimmt zu sein.

    Der Mensch in den global agierenden Unternehmen zählt eigentlich nicht. Dabei schreien die Personalchefs immer "es ginge um den Kampf um die hellsten Köpfe". Aber wie wertvoll gut ausgebildete Mitarbeiter und gute Unternehmensphilosophien sowie - traditionen sind zeigen sich immer erst im Zeichen einer ökonomischen Krise.

    Wobei ich wirklich nicht glaube, dass wir uns in einer globalen Krise befinden!

    Aber was wird gemacht? Anstatt die vorhandenen Kräfte (also die betreibswirtschaftlichen Faktoren zum positiven dispositiven Faktor) zu bündeln und eine gemeinsame Kraftanstrengung zu unternehmen, werden reflexartig Mitarbeiter im Hunderter- und Tausenderpaket "wegrationalisiert" (ein Widerspruch in sich selbst - merke: Ratio: verstandesgemäßes Denken und Handeln), was dann zu allem Überfluss eiskalt-betriebswirtschaftlich auch noch als "Einmaleffekt" deklariert wird.

    Was für eine Verschwendung von Resourcen ...

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