Linde
Gabelstapler zu verkaufen

Mit der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC wird Linde die Nummer eins bei der Produktion von Industriegasen. Die Gabelstapler spielen damit nur noch eine untergeordete Rolle im Konzern, weshalb sie der Linde-Chef loswerden will. Doch wer wäre groß genug, den europäischen Marktführer zu schlucken?

HB/der FRANKFURT. „Wir wollen ein reines Gase-Unternehmen schaffen“, sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Montag auf die Frage nach der Zukunft der Gabelstapler-Sparte des Konzerns. Welche Option er bevorzuge – einen Börsengang oder einen Verkauf – ließ Reitzle offen. Vor dem Abschluss der BOC-Transaktion werde es ohnehin keine Verkäufe geben. Analysten hatten einen Verkauf der Gabelstapler-Produktion als Teil der Finanzierung des BOC-Kaufs prognostiziert. Die 12 Mrd. Euro teure Übernahme sei aber nicht von den Verkäufen abhängig, sagte Reitzle.

Von Arbeitnehmerseite ist offensichtlich kein Widerstand gegen den Verkauf der Gabelstaplersparte mit den Marken Linde, Still und OM zu erwarten. Der Konzern hatte 2005 für die Marken umfangreiche Sparpakete verabschiedet, dafür aber die Sicherheit der Arbeitsplätze bis 2011 zugesagt. Sollte ein neuer Erwerber die Verträge einhalten, wird die Arbeitnehmerseite offensichtlich zustimmen. Beim Verkauf der Kältesparte an den US-Konzern Carrier hatte es allerdings kurz danach massive Stellenstreichungen im Werk Köln gegeben.

In der Gabelstapler-Sparte arbeiten knapp 19 000 Mitarbeiter und damit etwa so viele wie bei den Gasen. Analysten rechnen damit, dass ein Verkauf der Sparte zwischen 3 und 4 Mrd. Euro einbringen würde. Wie die „Welt“ berichtet, dürfte der Verkauf an den Weltmarktführer Toyota aus Kartellgründen schwierig werden, weshalb Analysten davon ausgingen, daß die Sparte an Finanzinvestoren veräußert wird.

Ob Linde-Partner Komatsu Interesse hat, ist unbekannt. Erklärtes Ziel des japanischen Baumaschinenherstellers ist es allerdings, zu Weltmarktführer Caterpillar aus den USA aufzuschließen. Die Gabelstaplersparte von Linde würde zumindest beim Erreichen dieses Ziels helfen.

Der deutsche Linde-Konkurrent Jungheinrich gibt sich ob seiner Ambitionen zugeknöpft. „Dazu sagen wir nichts“, erklärte ein Sprecher gegenüber Handelsblatt.com, fügte allerdings hinzu: „Jungheinrich ist auch so sehr gut aufgestellt.“ Ein Zukauf der Linde-Gabelstaplersparte wäre für Jungheinrich wohl auch kaum zu stemmen, ist das Unternehmen mit seinen 9 000 Mitarbeitern doch nur halb so groß wie der Linde-Geschäftsbereich.

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