Linde
Norwegischer Staatsfonds unterstützt Praxair-Fusion

Für den norwegischen Staatsfonds erschließt sich der strategische Sinn hinter der Fusion von Linde und Praxair. Der Linde-Aktionär spricht sich für den Zusammenschluss aus. Die sonstigen Aktionäre reagieren verhalten.
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Oslo/MünchenEiner der größten Aktionäre von Linde hat sich hinter die geplante Fusion des Münchner Industriegase-Konzerns mit dessen US-Rivalen Praxair gestellt. „Wir verstehen den strategischen Sinn hinter dem Zusammenschluss. Er ist langfristig im besten Interesse der Linde-Aktionäre“, erklärte der norwegische Staatsfonds am Dienstag. Der vor allem aus den Öl-Einnahmen des Landes gespeiste Staatsfonds, der von der Notenbank Norges Bank verwaltet wird, hielt Ende 2016 knapp fünf Prozent an der Linde AG und zugleich ein Prozent an Praxair. Man habe die Anteile an Linde bereits komplett getauscht, um Spekulationen zu vermeiden, erklärte Norges Bank Investment Management.

Außer den Skandinaviern haben seit Mitte August aber nur wenige Linde-Aktionäre auf das Tauschangebot reagiert. Bis zum Dienstag lag die Annahmequote bei 5,99 Prozent. Linde-Chef Aldo Belloni will die Fusion nicht an der Mindestannahmequote von 75 Prozent scheitern lassen. Eine Senkung der Quote sei durchaus denkbar, signalisierte er im Anlegermagazin „Euro“: „Wir gehen nicht davon aus, dass das notwendig sein wird. Aber wenn doch, würden wir mit Praxair darüber sprechen“, sagte Belloni einem Vorabbericht zufolge.

Die Anteilseigner der Linde AG haben noch bis zum 24. Oktober Zeit, ihre Aktien in Papiere der fusionierten Linde plc mit Sitz in Dublin umzutauschen. Bei Praxair reicht die Zustimmung der Hauptversammlung, um den Tausch in Gang zu setzen.

Belloni sagte, das Unternehmen sei mit der Annahmequote „sehr zufrieden zum jetzigen Zeitpunkt“. Die meisten Aktionäre entscheiden sich erst in den letzten Tagen oder sogar Stunden. Der Zusammenschluss ist unter anderem in der Linde-Belegschaft umstritten. In einer angelsächsischen Aktiengesellschaft (plc) fürchten sie um Einfluss und Arbeitnehmerrechte.

Belloni sagte, Dublin werde nur formal Firmensitz, mehr als ein Briefkasten sei dort nicht geplant. Die zentralen Funktionen seien vielmehr in London angesiedelt. „Da spielt die Musik.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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