Linde übernimmt Rivalen
Hintergrund: Oligopol auf dem Weltmarkt für Industriegase

Mit der Übernahme der britischen BOC steigt der Wiesbadener Linde-Konzern zum Weltmarktführer bei Industriegasen auf. In nur drei Jahren hat Konzernchef Wolfgang Reitzle den ehemaligen Mischkonzern zu einem schlagkräftigen Spezialisten umgebaut.

Vielseitiger Einsatz: Gase wie Stickstoff, Sauerstoff, Nitrogen oder Argon werden in der Industrie in vielen Bereichen genutzt. Größter Abnehmer mit rund 30 Prozent ist die verarbeitende Industrie, gefolgt von der Chemiebranche mit 15 Prozent. Drittgrößter Kunde mit rund 13 Prozent ist der Gesundheitsbereich. Der Einsatz von Sauerstoff oder Stickstoffmonoxid ist dort lebenswichtig. Stark gestiegen ist die Nachfrage aus dem Bereich Elektronik. Dort werden Industriegase bei der Herstellung von Mikrochips und anderen Bauteilen eingesetzt.

Lukratives Geschäft: Der Weltmarkt für Industriegase wird nach der Übernahme von BOC durch Linde von vier Unternehmen beherrscht: Linde/BOC (Deutschland/Großbritannien) führen vor Air Liquide aus Frankreich. Dann folgen Praxair, Air Produkts (beide USA). Diese Konzerne teilen sich rund zwei Drittel des Weltmarkts. Das Wachstumspotenzial für technische Gase ist bei weitem nicht ausgereizt: Experten erwarten in den kommenden Jahren eine jährliche Zunahme der Nachfrage in der verarbeitenden Industrie von 3,5 Prozent, in der Chemiebranche von 4,5 Prozent und im Gesundheitsbereich von überdurchschnittlichen sechs Prozent.

Viele Mitarbeiter: Linde beschäftigt rund 42 000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon (19 400) in der Sparte Gabelstapler. Für BOC arbeiten derzeit rund 30 000 Menschen.

Gute Ergänzung: Die Produktpaletten von Linde und BOC ergänzen sich nach Einschätzung der Experten ideal. Während Linde in Kontinentaleuropa über eine starke Marktposition verfügt, ist die britische BOC sehr gut in Asien, Amerika und Großbritannien vertreten.

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