Linde und Praxair: Bayern kämpft für den Linde-Standort München

Linde und Praxair
Bayern kämpft für den Linde-Standort München

Der US-Konzern Praxair unternimmt einen neuen Versuch, den Münchener Linde-Konzern zu übernehmen. Der geplante Sparkurs bei Linde ruft nun die bayerische Landesregierung auf den Plan. Sie stört der geplante Jobabbau.
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MünchenDie bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hofft, dass die mögliche Fusion des Gasekonzerns Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair die heimischen Standorte stärkt – und nicht schwächt. „Linde muss jetzt prüfen, ob der neue Vorschlag von Praxair die bisherigen Differenzpunkte ausräumen kann“, sagte Aigner dem Handelsblatt. Dazu gehöre für sie insbesondere der „Erhalt der bayerischen Standorte und der Arbeitsplätze“.

Der erste Anlauf für eine Fusion war im Herbst auch geplatzt, weil die Amerikaner wenig Rücksicht auf deutsche Standorte nehmen wollten. Arbeitnehmervertreter fürchteten eine Schwächung der Linde-Zentrale in München und anderer Standorte. „Die wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, die glänzende Infrastruktur, die hochqualifizierten Fachkräfte und die herausragende Forschungslandschaft sprechen eindeutig für den Freistaat“, sagte Aigner nun. Von diesen Vorteilen könne auch ein neuer Konzern profitieren. „Das gilt auch für München als Sitz des Unternehmens.“ Laut Industriekreisen war auch ein offizieller Sitz im europäischen Ausland im Gespräch. Praxair-Chef Stephen Angel wollte das Unternehmen aber vor allem aus den USA führen.

Linde hatte vor wenigen Wochen ein neues Sparprogramm angekündigt, dem mehrere tausend Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. Die bayerischen Staatsregierung hofft, dass sich daran bei einer möglichen Fusion noch etwas ändern könnte. „Die angekündigten Sparpläne von Linde sind vor diesem neuen Hintergrund zu überprüfen“, forderte Aigner.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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