Lindt & Sprüngli
Halali zur Hasenjagd

Lange Ohren, ein goldenes Mäntelchen, ein rotes Band samt Glöckchen um den Hals – das Erscheinungsbild des „Lindt Goldhasen“ ist seit sechs Jahren geschützt. Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli bläst zum Kampf gegen vermeintliche Nachahmer.

DÜSSELDORF. Er ist ein sympathischer Kerl. Mit seinen langen Ohren und seinem goldenen Mäntelchen bürgt Meister Lampe inzwischen auch für die hohe Kunst der Schweizer Chocolatiers. Und wenn er dann noch ein rotes Band samt Glöckchen um den Hals trägt, wissen große wie kleine Schleckermäuler ganz genau: Es kann sich nur um den „Goldhasen“ aus dem Hause des eidgenössischen Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli handeln.

Das Erscheinungsbild des „Lindt Goldhasen“ hat sich der Süßwarenhersteller im Jahr 2000 als registrierte EU-Gemeinschaftsmarke schützen lassen. Und seitdem zerrt er jeden Mitbewerber an langen Ohren vor den Kadi, wenn dieser in seinem Sortiment ein ähnlich possierliches Tierchen (Besondere Kennzeichen: Geduckte Haltung, rundliche Konturen und warmer Goldton) vorrätig hält.

So erging es zuletzt auch Hans Riegelein, dem 80-jährigen Gründer und Inhaber der gleichnamigen Unternehmensgruppe aus dem fränkischen Cadolzburg. Nach zwei von Riegelein gewonnenen Instanzen verhandelt seit Donnerstag der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, ob der „Hase in Goldfolie“ des deutschen Mittelständlers seinem Artgenossen aus der Schweiz nicht doch zum Verwechseln ähnlich sieht – und damit ganz geschwind von der Bildfläche verschwinden müsste. Mit der Firma Genuport hatte man sich zuvor bereits gütlich geeinigt: Deren „Gubor“-Hase hat traditionell ein blaues Band und bekam noch einen anderen Goldton.

„Wir haben in den Markenauftritt des Goldhasen viel Geld investiert“, sagt eine Sprecherin des Schweizer Schokoladenkonzerns zu Beweggründen für das durchdringende Halali. Denn schließlich vertraue der Konsument auf das Qualitätsversprechen, für das der Goldhase in seinem typischen Erscheinungsbild einstehe. Und diese Qualität sei nun einmal nicht für 70 Cent pro Stück, wie bei manchen Plagiaten im Discount zu haben. Immerhin kostet der „Goldhase“ glatt das Dreifache.

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