Industrie
Lion Bioscience reduziert Prognosen

Das Heidelberger Bioinformatikunternehmen Lion Bioscience hat seine Umsatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2003/2004 angesichts eines schwachen ersten Halbjahres erneut reduziert.

HB FRANKFURT. Der Verlust von April bis September sei binnen Jahresfrist zwar auf 14 Millionen Euro von 111,9 Millionen Euro zurückgegangen, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen am Mittwoch mit. Zugleich seien die Umsätze aber auf 7,5 Millionen Euro von zuvor 12,3 Millionen Euro gesunken. Lion rechne für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem Umsatz von etwa 20 Millionen Euro statt bislang 27,5 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte erst im August sein Umsatzziel von bislang 40 Millionen Euro gesenkt. Die Akzeptanz der Lion-Produkte dauere länger als erwartet, erläuterte ein Unternehmenssprecher.

Die Gewinnschwelle will das Unternehmen nach wie vor im vierten Quartal sowie im gesamten Geschäftsjahr 2004/2005 beim Ergebnis vor Steuer, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erreichen. Um das Ziel zu schaffen, setzt Lion seinen strengen Sparkurs fort. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sollen bis Mitte nächsten Jahres auf einen Standort konzentriert werden. Voraussichtlich werde dieser in Großbritannien sein. Zudem werde es betriebsbedingte Kündigungen geben. Die Zahl der Mitarbeiter werde von 271 Ende September auf 190 zum Ende des laufenden Geschäftsjahres reduziert.

Das bisherige Sparprogramm hat sich Lion zufolge positiv ausgewirkt. So seien die Kosten auf 20,1 Millionen Euro von 40,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gesunken. Der Barmittel-Verbrauch sank auf 18,9 Millionen Euro von zuvor 35,9 Millionen Euro. Das Unternehmen rechnet mit einem Nettoverlust zum Ende des Geschäftsjahres zwischen 22 und 25 Millionen Euro.

Lion bietet Software für die Medikamentenforschung an, mit der Pharmafirmen Daten sammeln und aufbereiten. Der Berliner Pharmakonzern Schering etwa und die italienische Firma Siena Biotech nutzen IT-Produkte von Lion. Lion hatte im vergangenen Jahr die eigene Wirkstoffforschung geschlossen, nachdem das Unternehmen bei der Suche nach einem Partner gescheitert war. Seitdem konzentriert sich Lion auf den Ausbau seiner Informatikprodukte.

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