Liquidität gesichert
Opel gewinnt Zeit für Investorensuche

Der Autobauer Opel hat im Ringen um seine Zukunft finanziellen Spielraum gewonnen. „Die Liquidität ist gesichert“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt. Die Liquidität ist über das zweite Quartal hinaus gesichert. Das Werk Bochum könnte zentrales Zafira-Werk werden. Für die GM-Marke Saturn gibt es einen Interessenten.

HB FRANKFURT. Der Autobauer Opel hat im Ringen um seine Zukunft finanziellen Spielraum gewonnen. „Die Liquidität ist gesichert“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt. „Wir haben Zeit, um Opel Europa zu bauen.“ Es sehe so aus, als könne GM Europe seine Bargeldreserven über das zweite Quartal 2009 hinaus strecken, hieß es im Unternehmen. Zuletzt hatte der Europa-Chef des Opel-Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, noch davon gesprochen, dass die Barmittel bis zum Ende des zweiten Quartals reichen würden.

Der gute Verkaufsstart des neuen Mittelklassemodells Insignia sorgte laut Unternehmenskreisen nun aber mit dafür, dass sich Opel ein Finanzpolster anlegen konnte. Informationen der „Bild“-Zeitung, wonach die Liquidität nun bis August reiche, wurden intern nicht bestätigt. Ein Opel-Sprecher wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Opel könnte damit trotz einer sich anbahnenden Insolvenz von GM zum 1. Juni seinen Zahlungsverpflichtungen vorerst nachkommen. Der Politik bleibt so mehr Zeit als ursprünglich gedacht, um eine Lösung für den Rüsselsheimer Autobauer zu finden. Opel wirbt um staatliche Hilfen von rund 3,3 Mrd. Euro von den Regierungen in Europa und ist mit Unterstützung der Commerzbank auf der Suche nach einem neuen Investor.

Nach Worten von GM-Europa-Chef Forster redet das Unternehmen derzeit mit mehreren Interessenten, darunter Private-Equity-Firmen sowie Staatsfonds. Anfang April hatte das Emirat Abu Dhabi erstmals grundsätzlich Interesse an einem Einstieg bei Opel bekundet. Der Opel-Sprecher betonte, die Suche mache Fortschritte. GM-Chef Fritz Henderson hatte noch Anfang März in Genf angekündigt, dass Opel bereits zum Anfang des zweiten Quartals in Liquiditätsschwierigkeiten geraten könnte. Nun sieht es so aus, als ob die Barreserven deutlich länger reichen.

Der taumelnde Opel-Mutterkonzern sieht immer weniger Chancen für eine Sanierung ohne Insolvenzverfahren. Die Zeit dafür sei extrem kurz, sagte der amtierende GM-Verwaltungsratschef Kent Kresa dem „Wall Street Journal“. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir das ohne ein Insolvenzverfahren hinbekommen, sinkt.“ Einen Einstieg des Staates zum Abbau des Schuldenbergs von GM würde Kresa begrüßen. „Das wäre sicher hilfreich“, sagte er. Laut US-Medien prüft die US-Regierung einen solchen Schritt.

Eine Investorengruppe unter Führung der Beteiligungsgesellschaft Black Oak Partners ist nach eigenen Angaben am Kauf der GM-Marke Saturn interessiert. Die Gruppe sei mit ihrer Kaufabsicht an die Opel-Mutter herangetreten, teilte das Konsortium am Mittwoch mit. Zu dem Bündnis gehörten auch Saturn-Händler. Bei den Gesprächen gehe es um Vermögensteile der GM-Marke und deren Vertriebsnetz.

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