Liquiditätsprobleme setzte ABB zu
ABB zieht Angebot zum Umtausch von Anleihen zurück

Der Elektrotechnikkonzern ABB zieht nach der erneuten Verzögerung beim geplanten Asbestvergleich sein Umtauschangebot für eine 500 Millionen Euro-Anleihe und eine 200 Millionen Pfund-Anleihe zurück.

HB ZÜRICH. Die Marktvolatilität nach dem Gerichts-Entscheid im US-Asbest-Fall habe dazu geführt, dass es für ABB gegenwärtig nicht attraktiv sei, das Umtauschangebot vorzunehmen, teilte der Konzern am Montag weiter mit. ABB beobachte den Markt genau und halte nach Möglichkeiten Ausschau, die Fälligkeit der bestehenden Schulden zu verlängern, hieß es weiter. ABB wolle aber warten, bis die Marktbedingungen für eine Refinanzierung günstiger seien, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Liquiditätsposition des Unternehmens sei stark. Ende September verfügte ABB über flüssige Mittel und marktgängige Wertpapiere von 3,6 Milliarden Dollar. Dazu kommt eine Kreditfazilität über eine Milliarde Dollar.

Am vergangenen Mittwoch hatte ABB angeboten, die 2008 fällige Euro-Anleihe und die 2009 fällige Pfund-Anleihe in eine Euro-Anleihe mit Fälligkeit 2012 zu tauschen. Mit der Transaktion wollte ABB das Schulden-Fälligkeitsprofil verlängern. Die neue festverzinsliche Anleihe sollte zu einem Aufschlag von 120 bis 135 Basispunkten über dem achtjährigen Euro Swap-Satz verzinst werden.

Doch am Donnerstag wies ein US-Berufungsgericht den Vergleich im Volumen von 1,2 Milliarden Dollar mit 138 000 Klägern zur Neubeurteilung an ein Bezirksgericht zurück. Darauf hielt ABB vorerst an dem Angebot fest. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht das Angebot immer noch,“ sagte der designierte CEO Fred Kindle am Freitag in einer Telefonkonferenz. Falls der Markt auf das Angebot aber ungünstig reagiere, behalte sich ABB das Recht vor, das Angebot anzupassen, so Kindle damals.

Der Finanzmarkt reagierte kaum auf die Ankündigung, das Angebot fallen zu lassen. Die betroffenen Anleihen verloren Händlern zufolge rund 1 Punkt auf 119 Prozent des Nominalwertes. Die übrigen Anleihen waren unverändert. Dies galt auch für die Kreditausfall-Versicherung, die stabil auf 143 Basispunkten notierte.

Ende September beliefen sich die ABB-Verschuldung auf 5,2 Milliarden Dollar. Die ABB-Aktien waren 1,3 Prozent fester auf 6,28 sfr und holten damit einen kleinen Teil des 12-Prozent-Verlustes vom Freitag wieder auf.

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