Literatur
Der Kampf von Volkswagen gegen Toyota

Drei Experten analysieren anschaulich den Wettlauf in der Automobilindustrie. Beeindruckend zeichnen die drei Experten ein Bild der internationalen Situation. Besonders bemerkenswert: Das Buch ist am Puls der Zeit und analysiert jüngste Fakten.
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HANNOVER. Es sind die beiden Größten auf dem internationalen Auto-Markt, und sie haben völlig verschiedene Gene: der deutsche Volkswagen-Konzern und der japanische Marktführer Toyota. Und sie sind Rivalen, denn beide kämpfen um den automobilen Antrieb der Zukunft. Experten sind sich einig: Vom Verbrennungsmotor mit fossilem Kraftstoff gilt es sich mehr und mehr zu verabschieden. Spannend ist deshalb die Frage, welcher Hersteller es zuerst schafft, eine alternative Antriebsvariante zur Marktreife zu bringen.

Für die drei Auto-Experten Engelbert Wimmer, Petra Blum und den Handelsblatt-Korrespondenten Mark C. Schneider liefert die Rivalität in der Fahrzeug-Industrie den perfekten Aufhänger für ihr Werk „Antrieb für die Zukunft – Wie VW und Toyota um die Pole-Position ringen“.

Schnelligkeit und Recherche

Das Buch ist gut, kenntnisreich und bringt die fällige Aktualisierung der Situation der Fahrzeug-Industrie. Ein großes Plus kommt dazu: die Kapitel sind einzeln lesbar. Das zwang die Autoren natürlich gelegentlich zu Wiederholungen, ist aber richtig.

Beeindruckend zeichnen die drei Experten ein Bild der internationalen Situation. Nach der Lektüre bin ich allerdings etwas besorgt über die Fixierung von Volkswagen auf Toyota. Ist das der wirkliche Gegner in der weiteren Zukunft? Die Auseinandersetzung Europa gegen Japan ist „alt gegen alt“, entscheidender wird wohl werden: „alt gegen neu“, das heißt die Auseinandersetzung mit China, Korea und Indien.

Und ein anderer Aspekt kommt hinzu: Vor Toyotas Hybriden habe ich weniger Angst als vor der sich abzeichnenden Konzentration der Batterie-Technik in Asien. Die Entwicklung bleibt also spannend.

Die Autoren stellen im Buch Kultur, Philosophie und führende Persönlichkeiten beider Unternehmen einander gegenüber – nicht selten mit verblüffendem Ergebnis.

Besonders gefällt mir an dem Buch die Schnelligkeit, die Aufnahme jüngster Fakten in diesem Buch, obwohl die zeitintensive Recherche nicht zu kurz kommt. Die Handschrift des Erfahrenen mit Tagesmeldungen wird hier deutlich, das schafft Dynamik und Leben und ist angemessen für die Behandlung einer Industrie mitten in großer Veränderung. Das Lesen hat mir Spaß gemacht.

Der Autor ist Verwaltungsratschef von ABB, sitzt im Aufsichtsrat der Telekom und der Allianz und war früher Aufsichtsrats- und Vorstandschef von Conti.

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