Liveblog zum Abgasskandal
Matthias Müller wird neuer VW-Chef

Porsche-Chef Matthias Müller wird nach Handelsblatt-Informationen neuer Volkswagen-Chef und damit Nachfolger von Martin Winterkorn. Am Freitag soll die Personalie offiziell verkündet werden. Der Liveblog.
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Volkswagen ist nach dem Rücktritt von Konzernchef Martin Winterkorn weiter um Schadensbegrenzung im Abgas-Skandal bemüht. Winterkorn hatte am Mittwoch angesichts des enormen Ausmaßes der Affäre seinen Posten geräumt. Sein Nachfolger steht nun fest. Die Ereignisse des Tages im Liveblog.

+++ Moody's droht mit Herabstufung +++
Als dritte große Ratingagentur senkt auch Moody's den Daumen über Volkswagen. Die Bonitätswächter drohen mit einer Herabstufung und senken den Ausblick für die Kreditwürdigkeit auf "negativ" von "stabil". Die Bonitätsnote verharrt vorerst bei "A2". Die Ratingagenturen Fitch und S&P hatten bereits zuvor erklärt, die Bonitätsnote des weltgrößten Autobauers auf eine Herabstufung zu prüfen.

+++ Müller wird VW-Chef +++
Porsche-Chef Matthias Müller (62) wird neuer Volkswagen-Chef und damit Nachfolger von Martin Winterkorn. Nach Gesprächen des Aufsichtsratspräsidiums haben sich die Beteiligten am Donnerstag Nachmittag auf Müller geeinigt, bestätigten zwei Personen aus deren Umfeld dem Handelsblatt. Am Freitag soll die Personalie offiziell verkündet werden. Am Vormittag trifft sich der 20-köpfige Aufsichtsrat von Volkswagen, um die Spitzenposition im Konzern endgültig zu bestätigen. Am frühen Nachmittag wird mit der offiziellen Verkündung gerechnet. Müller gilt als Eigengewächs und ist bereits seit rund vier Jahrzehnten im Konzern. Seit dem Jahr 2010 führt er den Sportwagenbauer Porsche, der unter ihm von Rekord zu Rekord eilte.

+++ Vorstände Hackenberg und Hatz müssen VW offenbar verlassen +++
Einem Zeitungsbericht zufolge sollen bei VW nun auch die Entwicklungsvorstände von Audi und Porsche ihren Hut nehmen. Das Ausscheiden von Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz solle auf der VW-Aufsichtsratssitzung am Freitag beschlossen werden, berichten mehrere Medien. Sie sollten die technische Verantwortung für die Abgas-Affäre übernehmen. Die beiden Manager waren viele Jahre für VW tätig, Hackenberg als Entwicklungschef und Hatz als oberster Motorenentwickler. Der Einbau der verbotenen Software fällt dem Bericht zufolge in ihre Amtszeit. Volkswagen, Audi und Porsche lehnten eine Stellungnahme ab.
Hackenberg war 2007 zusammen mit Winterkorn von Audi nach Wolfsburg gewechselt. Er gilt als Erfinder des Baukastensystems, das Volkswagen derzeit bei immer mehr Marken einführt. Später kehrte Hackenberg nach Ingolstadt zurück, um Audi mit neuen Elektroautos auf die Sprünge zu helfen.

+++ US-Geschäft vor Neuausrichtung +++
Nach dem Abgas-Desaster in den USA will Volkswagen einem Insider zufolge im Konzernvorstand ein eigenes Ressort für das Amerika-Geschäft einrichten. Kandidat für den Posten sei Skoda-Chef Winfried Vahland, sagten zwei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem neuen Ressort erhalten die USA in der Konzernspitze ein ähnliches Gewicht wie das China-Geschäft, für das Jochem Heizmann zuständig ist. Volkswagen wollte sich nicht dazu äußern. Zuvor war aus Unternehmenskreisen bekannt geworden, dass VW-US-Chef Michael Horn seinen Posten räumen muss.

+++ Grüne wollen Sammelklagen für Verbraucher ermöglichen +++
Als Konsequenz aus dem VW-Skandal fordern die Grünen eine Stärkung der Verbraucherrechte in Deutschland. „Es geht nicht an, dass getäuschte VW-Kunden in den USA Aussicht auf Entschädigung haben, in Deutschland aber nicht“, sagte die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter dem Handelsblatt. „Auch wenn sich der Schaden nicht immer in Euro und Cent bemessen lässt, darf die Irreführung von Verbrauchern nicht als Kavaliersdelikt behandelt werden. VW täte gut daran, den betroffenen Kunden von sich aus mehr anzubieten als wohlfeile Entschuldigungen.“ Peter forderte überdies, künftig Sammelklagen nach amerikanischem Vorbild zuzulassen. „Außerdem sollte es geschädigten Verbrauchern gesetzlich erleichtert werden, sich bei Massenskandalen wie VW zu Gruppenklagen zusammenzuschließen“, sagte die Grünen-Politikerin.

+++ Skoda ebenfalls betroffen +++
Von den Problemen mit manipulierten Abgaswerten bei VW sind neben Audi weitere Konzerntöchter betroffen. Innerhalb des Konzerns teilen sich die Unternehmen etliche Bauteile, darunter auch Motoren und Getriebe. Ein Sprecher der Volkswagentochter Skoda bestätigte am Donnerstag, Modelle der Reihen Fabia, Roomster, Octavia und Superb aus den Jahren 2009 bis 2013 seien teilweise mit den betroffenen Dieselmotoren ausgerüstet worden. Bei aktuellen Modellen gebe es keine Probleme. Auch Seat bestätigte am Donnerstag, dass in dem Werk der spanischen VW-Tochter Fahrzeuge mit der manipulierten Diesel-Technologie montiert worden seien. Die genaue Zahl sei nicht bekannt, verlautete aus Unternehmenskreisen. Eine Untersuchung solle nähere Aufschlüsse bringen.

+++ Bank verbietet Kauf von VW-Aktien +++
Die schwedische Bank Nordea hat ihren Händlern den Kauf von Volkswagen-Aktien untersagt. Das bestätigte eine Sprecherin der Bank am Donnerstag in Stockholm. Die Entscheidung sei am Mittwoch gefallen. Wie lange das Verbot gelten sollte, konnte die Sprecherin nicht sagen. Der schwedischen Zeitung „Dagens Industri“ zufolge soll es für sechs Monate aufrechterhalten werden.

+++ Osterloh fordert Kulturwandel +++
Der Betriebsrat des Volkswagen-Konzerns einen „grundlegenden Kulturwandel“. In einem Schreiben an die Mitarbeiter spricht sich Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh am Donnerstag zudem für „eine Persönlichkeit mit großem technischen und unternehmerischen Sachverstand und gleichzeitig großer sozialer Kompetenz“ als Nachfolger für Martin Winterkorn aus. Als Konsequenz aus dem Skandal müsse nun die Unternehmenskultur überholt werden. Osterloh: „Wir brauchen für die Zukunft ein Klima, in dem Probleme nicht versteckt, sondern offen an Vorgesetzte kommuniziert werden. Wir brauchen eine Kultur, in der man mit seinem Vorgesetzten um den besten Weg streiten kann und darf. Wir brauchen eine Kultur, in der alle Abteilungen – über Bereiche hinweg – zusammenarbeiten, um Probleme zu lösen.“

+++ Dobrindt: Auch Fahrzeuge in Europa betroffen +++
Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselautos bei Volkswagen sind auch Fahrzeuge in Europa betroffen. Das sei der von ihm eingesetzten Untersuchungskommission bei ersten Gesprächen in Wolfsburg mitgeteilt worden, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. Um wie viele Autos es genau gehe, stehe noch nicht fest. „Das wird sich in den nächsten Tagen klären.“ Dobrindt sagte: „Wir werden deswegen auch weiterhin intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit Volkswagen genau herauszufinden, um welche Fahrzeuge es sich im Detail handelt, um auch die Öffentlichkeit weiter darüber zu informieren.“ Seinen Angaben zufolge geht es um Fahrzeuge mit 1,6- und 2-Liter-Dieselmotoren.

Kommentare zu " Liveblog zum Abgasskandal: Matthias Müller wird neuer VW-Chef"

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  • Es soll Leute geben, die haben Ihren Job wegen einem Pfandschein verloren.

    Schauen wir mal was der nächste Chef alles nicht gewusst hat.
    Wenn die normalen Mitarbeiter genau so ahnungslos sind, bei ihren Aufgaben die Sie zu verantworten habe, dann sehe ich dunkel für VW.

  • Und auch Porsche soll vom Skandal betroffen sein...

    ABER dann noch einen von Porsche kommender Herr Müller zum Neuen Chef machen ?

    DAS VITAMIN " B " ( B=BEZIEHUNGEN) SYNDROM GEHT WEITER ???


  • Und auch Porsche soll vom Skandal betroffen sein...

    ABER dann noch einen von Porsche kommender Herr Müller zum Neuen Chef machen ?

    DAS VITAMIN " B " ( B=BEZIEHUNGEN) SYNDROM GEHT WEITER ???


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