Liveblog zum Abgasskandal
„VW wird für dieses schmutzige Geheimnis bezahlen“

Ein Ausschuss des US-Kongresses nimmt Volkswagen US-Chef Michael Horn ins Kreuzverhör. Kurz zuvor startete die Staatsanwaltschaft Braunschweig eine Razzia im Wolfsburger Werk. Das Liveblog.

Im Abgas-Skandal hat es am Donnerstag eine Razzia bei Volkswagen gegeben. Es seien Durchsuchungen in Wolfsburg und anderen Orten durchgeführt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Später muss der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, vor dem US-Kongress leisten. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel warnt vor Aktionismus in der Debatte. Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg prüft indes einen Zeit- und Maßnahmenplan von VW zur Bewältigung der Abgas-Affäre

+++Eine letzte Frage+++

"Haben die deutschen Software-Ingenieure, die von der Manipulation wussten, ihre US-Kollegen darüber informiert, nachdem die hohen Abweichungen bei den Abgaswerten festgestellt wurden", fragt eine Abgeordnete. "Dann hätten wir wohl schon früher hier gesessen", entgegnet Horn. Danach wird die Sitzung unterbrochen. Sie soll später fortgesetzt werden.

+++"Es war der Druck des Systems"+++

Horn wird nach der Motivation für Manipulation gefragt: "Es war der Druck des Systems, eine Lösung zu entwickeln - zusätzlich zu dem gegebenen Kostendruck". Man hätte niemals Profit über die Zufriedenheit der Kunden stellen dürfen. Was er nun unternehme? "Ich schlafe momentan keine Nacht", antwortet Horn.

+++Volle Attacke auf VW+++

Ein Abgeordneter fragt, ob auch in Europa mit der Software betrogen wurde. Horn verweist auf die "aktuellen Untersuchungen der Behörden". Da die Vorgaben allerdings andere seien als in den USA, gehe er davon aus, dass die Software dort nicht betrogen habe. "Glauben Sie wirklich, sie können uns erzählen, dass dies das Werk einiger krimineller Ingenieure war? Das nehme ich VW nicht ab. Dann wäre ihre ganze Organisation inkompetent", entgegnet ein anderer Abgeordneter. "Tragen Sie das weiter an Ihren Vorstand". Ein weiterer pflichtet ihm "VW ist der Lance Armstrong der Autoindustrie." Warum solle man VW noch erlauben, Autos in den USA zu verkaufen?

+++Eine Warnung aus Texas+++

Der texanische Abgeordnete Burgess gibt VW einen Hinweis: "Nehmen Sie die Interessen ihrer Kunden nicht auf die leichte Schulter." Diese Software sei sicher nicht von einem Entwickler nachts in seinem Zimmer programmiert worden. Er sei selbst auf der Suche, bespreche sich mit dem neuen VW-Markenchef Herbert Diess und dem neuen Konzernchef Matthias Müller. "Haben Sie Ihren direkten Vorgesetzen mal gefragt?", fragt der Abgeordnete. Horn antwortet: "Mein direkter Vorgesetzter, Christian Klingler, ist schon zurückgetreten - aus anderen Gründen"

+++Neußer wurde informiert+++

Horn verrät weitere Details: Am 20. Juli habe er von seinen Ingenieuren erfahren, dass der neue Passat keine Zulassung bekommen würde. Daraufhin habe er sofort den damaligen Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer informiert. Denn der Motor sei in Wolfsburg entwickelt worden - und damit außerhalb von Horns Zuständigkeitsbereichs. Bis heute seien drei Ingenieure suspendiert worden, er könne wegen des deutschen Rechts keine Namen nennen.

+++"Es war keine Unternehmensentscheidung"+++

Die Abgeordneten wollen konkretere Angaben zu den Verursachern: "Nach meinem heutigen Kenntnisstand war das keine Unternehmensentscheidung, sondern die einzelner Ingenieure, die diese Software eingebaut haben - warum auch immer", erklärt Horn. Der Abgeordnete hat Zweifel an dieser Version. "Das verstehe ich", entgegnet Horn.

++Reparaturen werden mehrere Jahre dauern+++

Für jede Reparatur werde man nach den bisherigen Erfahrungen fünf bis zehn Stunden brauchen. Daher werde sich die Reparatur nach seinem jetzigen Kenntnisstand ein bis zwei Jahre hinziehen. Man wolle aber keine verkauften Autos zurückkaufen, sondern den Fehler reparieren.

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