Lizenzenversteigerung
US-Ölkonzerne gehen im Irak leer aus

Vor allem Lukoil und Shell sind mit ihren Partnern die großen Gewinner der Lizenzvergaben. Der US-Konzern Occidental wurde dagegen überboten, Chevron und Exxon-Mobil hatten gar keine Gebote abgegeben. Mit dem Zuschlag will die irakische Regierung ihrem Ziel näher kommen, der zweitgrößter Ölförderer der Welt zu werden.
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BERLIN. Der russische Ölkonzern Lukoil, Norwegens Statoil, der niederländisch-britische Multi Shell, Malaysias Petronas und Chinas CNPC haben die letzte große Öl-Bonanza im Nahen Osten gewonnen: Sie sind die Gewinner der Versteigerung großer Öllizenzen im Irak. Mit dem Zuschlag für zwei große Ölfelder im Zweistromland kommt Bagdad seinem Ziel näher, die Förderung drastisch zu steigern.

Statt bisher 2,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl täglich zu produzieren wie heute, rief Iraks Ölminister nach der zweitägigen Versteigerungsrunde am Samstag als neues Ziel eine Kapazität von „zwölf Millionen Fass pro Tag“ aus. Das sagte Hussain al-Shahristani nach Abschluss des Bieterverfahrens in Bagdad. Damit würde der Irak binnen sechs Jahren Russland als zweitgrößtes Ölförderland ablösen und knapp hinter Saudi-Arabien (Kapazität: 12,5 Millionen Barrel täglich) liegen.

Bei der zweitägigen Versteigerung von Förderlizenzen gingen US-Konzerne leer aus: Chevron und Exxon-Mobil gaben keine Gebote ab, die Offerte des kleineren Ölproduzenten Occidential wurde überboten. Die US-Armee war in den Irak einmarschiert, hatte Diktator Saddam Hussein gestürzt und das Land lange faktisch geführt.

Lukoil bekommt Zugriff auf Giganten-Ölfeld

Dem hingegen konnte sich mit dem größten privaten russischen Ölkonzern Lukoil ausgerechnet der Konzern durchsetzen, dem Saddam 1997 das Ölfeld West-Qurna2 zugesprochen hatte. Nach dem Sturz Saddams war den Moskauern 2002 die Lizenz aberkannt worden.

Am Samstag setzten sie sich zusammen mit dem staatlichen norwegischen Statoil-Konzern bei der Versteigerung gegen die britische BP, Frankreichs Total, Chinas CNPC und die malayische Petronas durch. „Wir haben jahrelang um West-Qurna2 gekämpft“, freute sich Lukoil-Chef und Hauptaktionär Wagit Alekperow in Moskau.

West-Qurna2 ist eines der letzten unberührten Giganten-Ölfelder weltweit mit Reserven von 12,9 Milliarden Barrel Rohöl. Insgesamt verfügt das Zweistromland über Vorkommen von 115 Milliarden Barrel.

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