Lizenzvergaben für fünf Jahre
EU genehmigt Übernahme von Wella

Die Europäische Kommission hat die rund sechs Milliarden Euro schwere Übernahme des Darmstädter Haarpflegekonzerns Wella durch den US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) unter Auflagen genehmigt.

Reuters BRÜSSEL. Die Transaktion sei unter der Bedingung eines Paketes von Zugeständnissen gebilligt worden, teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. P&G habe sich verpflichtet, das Haarpflegeprodukt „Herbal Essences“ in Irland, Norwegen und Schweden für fünf Jahre per Lizenzvergabe zugänglich zu machen und weitere drei Jahre lang nicht zu konkurrieren. Ähnlichen Konditionen habe P&G auch für einige seine Haarcolorations-Marken und zwei Wella-Styling-Marken in Irland und Norwegen zugestimmt. „Die Kommission findet, dass das Paket bestehend aus der Lizenzvergabe dieser Marken zusammen mit anderen Produkten der beiden Parteien klar die Bedenken hinsichtlich des Haarpflegemarktes in Irland, Norwegen und Schweden ausräumt“, hieß es in der Mitteilung.

Bereits am Dienstag war aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen zu erfahren, dass die Kommission die Übernahme unter geringer Auflage genehmigt. P&G hält nach eigenen Angaben bereits rund 80 Prozent am Wella-Kapital. Der US-Konzern hatte sich durch den Erwerb von 78 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien von den Wella-Familienaktionären bereits auf einen Schlag die faktische Mehrheit an dem Darmstädter Traditionsunternehmen gesichert.

P&G hatte von vorneherein mit einer Zustimmung aus Brüssel gerechnet, zumal die US-Kartellbehörde die Übernahme bereits abgesegnet hatte. Doch der US-Konzern stößt bei der Übernahme von Wella nach wie vor auf den Widerstand einiger Vorzugsaktionäre. Diese lehnen einen Verkauf ihrer Papiere ab, da sie die 65 Euro je Vorzugsaktie als zu niedrig ansehen. Für die Wella-Stammaktien hatte P&G 92,25 Euro je Anteilsschein geboten. Die unzufriedenen Vorzugsaktionäre hatten bereits über gerichtlichem Wege versucht, die Übernahme von Wella aufzuhalten.

Um die verbliebenen Wella-Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen drängen zu können (“Squeeze Out“), benötigt P&G mindestens 95 Prozent am Kapital der übernommenen Gesellschaft. P&G hatte stets betont, dass man zur Umsetzung der strategischen Ziele der Übernahme kein „Squeeze Out“ benötige.

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