Lkw-Allianz angepeilt
VW stockt MAN-Anteil auf

Der größte europäische Autobauer Volkswagen hat seinen Anteil am Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN weiter aufgestockt. Damit wollen die Wolfsburger die angepeilte Lkw-Allianz mit MAN und Scania vorantreiben.

HB MÜNCHEN. VW habe seinen Anteil an dem Münchener Unternehmen auf 29,9 Prozent von zuletzt 20 Prozent erhöht, teilte der Autokonzern am Dienstag mit. „Der Vorstand von Volkswagen ist davon überzeugt, dass die nun erreichte Höhe der Beteiligung an MAN hilfreich, aber auch ausreichend ist, um mit allen Beteiligten eine freundliche und einvernehmliche Lösung für eine Zusammenführung der Unternehmen MAN und Scania zu finden“, hieß es. „Das Ziel bleibt die Realisierung der anerkannt hohen Synergiepotentiale.“ Die MAN-Aktie verringerte nach der Mitteilung ihr Verluste.

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat die Aufstockung der MAN-Beteiligung von Volkswagen begrüßt. „Das war zu erwarten und angekündigt“, sagte ein MAN-Sprecher am Dienstag in München. „Wir haben den Einstieg von VW von Anfang an begrüßt.“ MAN habe damit wieder einen Großaktionär, mit dem gute Kooperationsmöglichkeiten bestünden. Das Münchner Unternehmen rechnet auch damit, dass VW Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden wird. „Natürlich wird VW im Aufsichtsrat vertreten sein“, sagte der Sprecher. Zuletzt war mit bis zu drei VW-Mitgliedern in dem MAN-Kontrollgremium gerechnet worden.

Neuer Anlauf für Nutzfahrzeug-Allianz erwartet

MAN-Chef Hakan Samuelsson rechnet nach der Hauptversammlung seines Unternehmens zudem mit einem neuen Anlauf für eine europäische Nutzfahrzeug-Allianz. Nach dem Aktionärstreffen am 10. Mai werde man über „mögliche weitere Schritte zur Dreierkombination mit Scania und VW Heavy Trucks sprechen“, erklärte Samuelsson in einem Infoblatt für die MAN-Führungskräfte, aus dem die „Augsburger Allgemeine“ zitierte. Am Markt heißt es nun aber, VW könnte an einer schnelleren Lösung interessiert sein, was den Aktienkursen aller Beteiligten förderlich sein dürfte.

Berichte, wonach VW die Zentrale einer künftigen Nutzfahrzeuggesellschaft im Ausland ansiedeln will, bezeichnete Samuelsson jedoch als Spekulationen. Die MAN-Zentrale in München werde weiter verstärkt, erklärte Samuelsson. Eine Zerlegung des MAN-Verbunds sei kein Thema. „MAN wird ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen bleiben.“ Der MAN-Chef räumte zugleich ein, dass das Übernahmeangebot an die Scania-Aktionäre kein Erfolg gewesen sei. Doch damit habe man einen Denkprozess in Gang gesetzt, „der für die Branche und für MAN wichtig ist.“ Er selbst fühle sich jetzt besonders verantwortlich für MAN und sei auch „optimistisch, dass wir eine gute, einvernehmliche Lösung im Interesse von MAN finden können.“

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