Lkw-Bauer
Daimler muss in Indien allein zurechtkommen

Das für die Produktion von Lastwagen in Indien gegründete Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und der indischen Hero Group ist gescheitert. Daimler hält aber an seinen Plänen in Indien fest.

HB STUTTGART. Angesichts der Wirtschaftskrise habe Hero seinen 40-prozentigen Anteil an dem Joint Venture zurückgegeben, teilte die Daimler AG am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Stuttgarter Autobauer hält jetzt 100 Prozent an dem Unternehmen. „An unseren Plänen zur Lkw-Produktion in Chennai ändert sich nichts“ sagte Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler.

Offenbar ist dem indischen Mischkonzern Hero bei seinen Expansionsplänen finanziell die Luft ausgegangen. Von den ursprünglich geplanten 700 Millione Euro für den Aufbau der Lastwagenproduktion hätte Hero fast 500 Mio. Euro aufbringen müssen. Angesichts des rückläufigen Marktes „sowie unserer Finanzkraft“ wolle Hero von einem Engagement im Nutzfahrzeugbereich Abstand nehmen, hieß es in einer Erklärung der Inder.

Nun muss Daimler die 700 Mio. in den kommenden vier Jahren alleine zahlen. Allerdings war in Konzernkreisen zu erfahren, dass man wieder auf Suche nach einem indischen Vertriebspartner gehen werde. Die Expansionspläne in Indien gehen die Stuttgarter aber angesichts der Wirtschaftskrise, die auch den Subkontinent erfasst hat, mit „gebremsten Schaum“ an, wie es hieß. „Das gibt uns etwas Zeit, denn wir werden keine neuen Produkte in die Rezession hinein positionieren“, sagte Renschler.

Der Bau der Fabrik in der Stadt Chennai geht aber wie geplant weiter. Dort sollten von 2010 an sollen bis zu 70 000 Lastwagen jährlich für den indischen Markt gebaut werden; später sollten auch andere Schwellenländer beliefert werden. Schon heute arbeiten in Chennai 300 Angestellte. Geplant waren für die Fabrik 2000 Mitarbeiter.

Daimler und Hero hatten das Gemeinschaftsunternehmen im April 2008 gegründet. Der von der Familie Munjal gegründete Mischkonzern Hero erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von mehr als vier Mrd. US- Dollar (2,5 Mrd Euro). Das Joint Venture von Hero und Honda gilt als der weltgrößte Motorradhersteller. Hero wolle sich nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren, hieß es.

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