Lkw-Bauer
MAN erwartet Verlust im Geschäftsjahr

Der Lastwagenbauer MAN erwartet nach dem massiven Einbruch der Absatzzahlen so schnell keine deutliche Erholung und rechnet mit einem Verlust im laufenden Geschäftsjahr. Auf die schlechte Lage reagiert der Konzern mit der Ankündigung, in den kommenden Jahren jeweils drastische Einsparungen vornehmen zu wollen.

HB MÜNCHEN. Der Lastwagenhersteller MAN erwartet eine weiter schwache Nachfrage und will sein drastisches Sparprogramm deshalb unbegrenzt fortsetzen. Mit Kurzarbeit werde die MAN Nutzfahrzeuge AG dieses Jahr statt der angestrebten 500 Mio. 600 Mio. einsparen, sagte Vorstandschef Anton Weinmann am Donnerstag in München. Aber auch nach dem Auslaufen der Kurzarbeit 2010 wolle MAN Nutzfahrzeuge ab 2011 die Kosten dauerhaft um 500 Mio. Euro jährlich senken. "Wir werden keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen", betonte Weinmann.

Keine andere Branche sei so hart getroffen worden wie die Lastwagenbauer, sagte Weinmann. Eine echte Erholung sei nicht in Sicht. "Ich erwarte, dass es ab Mitte nächsten Jahres wieder leicht nach oben geht." MAN-Nutzfahrzeuge wolle aber künftig "mit weniger Stückzahlen in die Gewinnzone kommen".

Auch nach 2011 müssten in Verwaltung und Vertrieb 20 Prozent der Kosten oder eine halbe Milliarde Euro jährlich eingespart werden. Nach dem operativen Verlust von 17 Mio. Euro im ersten Halbjahr rücken schwarze Zahlen für die MAN Nutzfahrzeuge AG zum Jahresende in die Ferne. Auf die Frage, ob dann ein Gewinn überhaupt möglich sei, antwortete Weinmann: "Das sehe ich fast als unmöglich an." Er fügte hinzu: "Das zweite Halbjahr wird schwächer als das erste."

Im ersten Halbjahr war der Auftragseingang für MAN-Lastwagen um 62 Prozent eingebrochen, der Absatz stürzte um 57 Prozent auf 21 300 Lastwagen ab. "Der Absatz im zweiten Halbjahr wird nicht höher sein", sagte Weinmann. In wichtigen Märkten wie Russland, Italien oder Spanien sei das Geschäft fast zum Erliegen gekommen. 2008 seien in Europa insgesamt noch mehr als 400 000 Lastwagen verkauft worden. Für 2009 sei ein Einbruch um 45 bis 50 Prozent zu erwarten.

Der Lkw-Markt habe aber jetzt die Talsohle erreicht, denn "schlechter kann es nicht mehr werden", sagte Weinmann. Das Transportaufkommen werde langfristig wachsen. Der MAN-Marktanteil in Europa liege unverändert bei 16,6 Prozent. Aber "wir wissen nicht, wann wir wieder annähernd das Produktionsniveau von 2007 oder 2008 erreichen", sagte der Vorstandschef. Um die notwendigen Sparziele zu erreichen, setze MAN unter anderem auf Produktivitätssteigerung und auf Synergien aus strategischen Partnerschaften. Die Internationalisierung des Konzerns gehe weiter.

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