LKW-Bauer
MAN-Großaktionär löst sich in Luft auf

Wirtschaftskrimi um den Lastwagenbauer MAN: Erst vor wenigen Tagen war ein neuer US-Großaktionär aufgetaucht. Jetzt muss der Investor zähneknirschend einräumen, dass ihm ein schwerwiegender Irrtum unterlaufen ist. Ein beispielloser Vorgang, der die BaFin auf den Plan ruft.

FRANKFURT. Peinliche Panne mit Nachspiel: Wenige Tage nach der Ankündigung des US-Vermögensverwalters Invesco, neuer Großaktionär beim LKW-Bauer MAN zu sein, muss der Investor einräumen: Es war nur ein Irrtum. Die Stimmrechtsmitteilung des Fonds, wonach er mit 10,42 Prozent der Stimmrechte beim Münchener Dax-Unternehmen eingestiegen sei, habe auf einem Rechenfehler beruht, teilte Invesco per Pflichtmitteilung gestern überraschend mit. Tatsächlich hielten die Amerikaner danach weniger als drei Prozent an MAN und lagen damit unterhalb der Meldeschwelle.

Das ist eine Korrektur, die in Deutschland nicht nur beispiellos ist, sondern auch die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin auf den Plan ruft. Eine Sprecherin der Behörde sagte, es sei selbstverständlich, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht nun prüfe, ob es Anhaltspunkte für Marktmanipulation gebe.

Wirtschaftsanwälte sind sich sicher, dass der Vorgang noch ein juristisches Nachspiel haben wird. "Wenn bei der Veröffentlichung der Ad hoc Sorgfaltspflichten verletzt wurden, kann das durchaus auch haftungsrechtliche Konsequenzen haben", sagte Alexander Kainz von der Wirtschaftskanzlei CLLB in München. Die Anleger müssten allerdings nachweisen, dass ihnen durch eine fehlerhafte Pflichtmitteilung ein Schaden entstanden ist.

Am vergangenen Donnerstag hatte das Unternehmen mit der Mitteilung für Aufsehen gesorgt, Invesco halte mehr als zehn Prozent an MAN. Der Einstieg des vermeintlichen Großaktionärs hatte neue Spekulationen über eine Konsolidierung in der Lkw-Branche geschürt. Der Kurs der MAN-Aktie hat in den vergangenen Tagen um rund fünf Prozent zulegt. Ein MAN-Sprecher betonte, die fehlerhafte Meldung sei nicht vom Unternehmen verursacht worden. Der Lkw-Bauer sei gesetzlich verpflichtet gewesen, jede Stimmrechtsmitteilung nach Freigabe durch das BaFin zu veröffentlichen. Selbst habe der Lkw-Bauer keine Möglichkeiten, die Richtigkeit der Angaben zu überprüfen. Invesco habe sich bei MAN für den Vorgang gestern entschuldigt.

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