LKW-Bauer
Volvo verdoppelt Gewinn und sorgt für gute Laune

Weltweit steigt die Nachfrage nach Lastwagen - davon profitiert der Nutzfahrzeughersteller Volvo: Die Schweden konnten ihren Gewinn im ersten Quartal mehr als verdoppeln. Beim Umsatz legte der Konzern um 22 Prozent zu.
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GöteborgDie weltweit starke Nachfrage nach Nutzfahrzeugen hat den schwedischen Lkw-Herstellern Volvo und Scania einen guten Start ins Jahr beschert. Volvo als Nummer zwei der Branche nach Daimler steigerte den Betriebsgewinn im ersten Quartal um mehr als das Doppelte. Die Bestellungen legten um 40 Prozent zu. Zugleich rechnet der Konzern auf Jahressicht damit, mehr Lkws seiner Marken Renault, Mack, UD Trucks und Eicher zu verkaufen.

Zudem erhöhte das Unternehmen seine Absatzprognose für Europa und Nordamerika auf 230.000 bis 240.000 Stück von zuvor 220.000.

Der Volkswagen-Tochter Scania gelang in den ersten drei Monaten ein Gewinnsprung um 57 Prozent. Ein schlechter als erwarteter Auftragseingang verschreckte aber Anleger. Die Aktie gab 1,1 Prozent nach während Volvo-Papiere 2,6 Prozent zulegten.

Beide schwedischen Firmen profitierten von anziehenden Geschäften nicht nur in den boomenden Schwellenländern sondern auch in gesättigten Märkten wie Europa und Nordamerika. „Die Lkw-Nachfrage hat sich global weiter verbessert“, sagte Volvo-Chef Leif Johansson, der den Konzern nach mehr als zehn Jahren an der Spitze noch 2011 verlassen wird.

Zugleich verwies Johansson auf die gestiegene Produktivität bei der Herstellung. Dies ist für die Lkw-Branche besonders wichtig. Der starke Nachfrageanstieg nach der Krise, in der viele Produzenten einen Sparkurs einschlugen und Kapazitäten abbauten, führte jüngst zu Lieferengpässen. Scania leidet immer noch darunter. Nun kündigte das um eine Fusion mit MAN bemühte Unternehmen an, kürzere und verlässliche Lieferzeiten anzustreben. Neben möglichen Lieferproblemen kämpfen Volvo und Scania mit der starken Schwedischen Krone, die besonders exportorientierten Firmen Probleme bereitet. Scania, mit ihren hochprofitablen LKW vor allem in Europa und Südamerika präsent, muss sich zudem Sorgen wegen der Schuldenprobleme einzelner Euro-Staaten machen. Diese drückten auf die Nachfrage, hieß es.

Die Schwierigkeiten von Zulieferern nach dem Japan-Beben belasteten das Ergebnis von Volvo im ersten Quartal mit 250 bis 300 Millionen Kronen. Der Konzern rechnet fürs zweite Quartal mit ähnlichen Belastungen. Zu Jahresbeginn belief sich das operative Ergebnis auf 6,52 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 730 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich etwa 310 Millionen Euro gewesen. Scanias Betriebsgewinn lag zu Jahresbeginn bei 3,3 Milliarden Schwedischen Kronen (rund 370 Millionen Euro) nach 2,1 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten bei Scania sowie bei Volvo mit schlechteren Ergebnissen gerechnet.

Weiteren Aufschluss über die Situation auf Lkw-Markt werden am Freitag Marktführer Daimler und Konkurrent MAN liefern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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