LKW-Branche
MAN brechen die Aufträge weg

MAN spürt das Ende des jahrelangen LKW-Booms immer deutlicher. Dem Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzern MAN sind im dritten Quartal die Aufträge weggebrochen. Die Bestellungen gingen von Juli bis September um 30 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro zurück,

HB DÜSSELDORF. Die Neubestellungen für Lastwagen gingen im dritten Quartal um die Hälfte auf 14.285 zurück. Insgesamt brach in der Kernsparte, zu der auch das Busgeschäft gehört, der Auftragseingang um 39 Prozent auf 1,91 Milliarden Euro ein.

Angesichts dessen wird das Unternehmen vorsichtiger bei seinen Umsatzerwartungen. Der Umsatz soll zwar weiterhin "das Vorjahresniveau übertreffen", das Ziel einer zehnprozentigen Steigerung ließ MAN aber fallen. Die Umsatzrendite soll wie geplant bei zwölf Prozent liegen.

Im dritten Quartal konnte MAN sein Geschäft aufgrund alter Aufträge noch steigern. Der Umsatz stieg von 3,1 auf 3,6 Milliarden Euro, etwas mehr als Analysten erwartet hatten. Das operative Ergebnis verbesserte sich von 334 auf 422 Millionen Euro, was exakt die Erwartungen traf. Aus den Vergleichszahlen ist der jüngst verkaufte Industrie-Dienstleister Ferrostaal herausgerechnet. Den Überschuss gab MAN nur für neun Monate an: Er verbesserte sich von 894 Millionen auf 1,070 Milliarden Euro (Prognose 1,083 Mrd Euro).

Das operative Ergebnis stieg um 26 Prozent auf 268 Millionen Euro. Das Busgeschäft steuerte einen kleinen Gewinn von einer Million Euro bei; im Vorjahr war noch ein Verlust von sechs Millionen angefallen. Für das Gesamtjahr bereitet sich MAN in seinem Kerngeschäft angesichts des schwachen Ordereingangs auf ein niedrigeres Produktionsvolumen vor.

Für das kommende Jahr gab sich MAN trotz der eingebrochenen Aufträge zuversichtlich: "Unsere ausgewogene Konzernstruktur, der gute Auftragsbestand sowie unsere gesteigerte Flexibilität bilden trotz der konjunkturellen Unsicherheit eine gute Basis für 2009 und werden die Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs abmildern."

Die Wirtschaft in Osteuropa sei nun auch von der Abschwächung betroffen, stellte Christian Aust von der UniCredit fest. Die MAN-Kunden dort bekämen schwerer Kredit. Gleiches konstatierte der Analyst für die Reedereien und Werften. Dort sänken die Frachtraten, was zur Überprüfung von Projekten führe. Wuchtige Dieselmotoren sind nach Nutzfahrzeugen das zweite große Standbein von MAN.

MAN ist zu knapp 30 Prozent im Besitz des Autobauers Volkswagen, pocht aber auf seine Unabhängigkeit. Eine Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern, der in Brasilien schwere Lastwagen fertigt, und dessen neuer Lkw-Tochter Scania ist jedoch angedacht.

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