Lkw-Branche
MAN umwirbt Scania mit Rekordergebnis

MAN wirbt mit Rekordergebnissen im Nutzfahrzeuggeschäft für die geplante Übernahme des schwedischen Konkurrenten Scania. Im laufenden Jahr werde die Sparte teils über Plan liegen, für 2007 gab sie sich ebenfalls optimistisch, sagte MAN-Nutzfahrzeug-Chef Anton Weinmann.

HB NIEPOLOMICE. „Mit dem Geschäftsverlauf 2006 sind wir außerordentlich zufrieden“, sagte Weinmann am Montag auf einer Pressekonferenz im polnischen Niepolomice. „Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, werden erreicht beziehungsweise übertroffen.“ Die Sparte will in diesem Jahr deutlich stärker zulegen als der Markt. Bei 7,5 Prozent operativer Umsatzrendite soll der Umsatz um 15 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro steigen, kündigte der Manager an.

Der Absatz mit schweren Lkw soll um 17 Prozent auf 80 000 Fahrzeuge steigen, die Zahl der verkauften Busse sogar um 22 Prozent auf 7300. Für den Gesamtmarkt für Lkw mit mehr als sechs Tonnen Gewicht in Europa rechnet MAN mit einem Wachstum von lediglich acht Prozent.

Für das kommende Jahr sagte MAN Nutzfahrzeuge eine weitere positive Geschäftsentwicklung in einem insgesamt stabilen Markt voraus. „Bis 2010 wollen wir mehr als 100 000 Lkw und 10 000 Busse absetzen“, ergänzte Weinmann in Niepolomice bei Krakau, wo die MAN-Sparte derzeit ihr drittes polnisches Werk baut. Dort sollen mittelfristig bis zu 15 000 Lkw jährlich gefertigt werden. Im Jahr 2008 sollen rund 650 Beschäftigte der Sparte im neuen Werk arbeiten.

Um sein Wachstum zu forcieren, will MAN mit der Scania-Übernahme einen neuen europäischen Nutzfahrzeugriesen formen. Die mehr als zehn Milliarden Euro schwere Offerte der Münchner wird vom Scania-Management allerdings abgelehnt. Der Erfolg des Vorhabens hängt entscheidend vom VW-Konzern ab, der bei beiden Unternehmen als Hauptaktionär engagiert ist und sein eigenes Geschäft mit schweren Lkw in Südamerika in eine Lastwagen-Allianz einbringen will.

VW drängt die beiden Konkurrenten zu einer einvernehmlichen Lösung. Andernfalls wollen die Wolfsburger selber aktiv werden und behalten sich dabei „alle alternativen Möglichkeiten“ vor, wie sie Ende vergangener Woche mitteilten. Mit dieser Ankündigung schließt Volkswagen nach Ansicht von Experten eine feindliche Übernahme von Scania oder MAN nicht mehr aus.

Die Analysten der HVB etwa halten es für wahrscheinlich, dass MAN nun selbst zum Übernahmeziel wird. Dabei bieten sich nach ihrer Einschätzung zwei Optionen an. Sollte Scania unabhängig bleiben, könne VW für MAN bieten und dann ein Bündnis mit Scania schmieden. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Scania mit Unterstützung von VW einen Gegenofferte für MAN abgibt, so die HVB in einer Kurzstudie.

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