LKW-Hersteller
Freightliner strebt auch beim Gewinn an die Spitze

Der amerikanischer LKW-Hersteller Freightliner erwartet ein gutes Ergebnis im Jubiläumsjahr 2006. Freightliner-Chef Chris Patterson zeigt sich optimistisch: „Es kommt nicht darauf an, wie viele Fahrzeuge wir verkaufen, sondern darauf, ob wir sie mit Gewinn verkaufen können.“

HB PORTLAND. Eingerahmt von chromblitzenden Riesen-Trucks und strahlenden Mitarbeitern ist Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche in Portland in seinem Element. Gefeiert wird die Übernahme des amerikanischen Lastwagenbauers Freightliner durch die damalige Daimler-Benz AG vor 25 Jahren. Und Zetsche weiß, was er seinen Zuhörern schuldig ist.

„Wie könnte man ein silbernes Jubiläum besser feiern als mit jeder Menge Chrom“, sagt er. Er nutzt die Gelegenheit und gibt ehrgeizige Zukunftspläne aus. Die Lastwagen-Sparte des Daimler-Chrysler-Konzerns mit Freightliner als „Eckpfeiler“ werde in den kommenden Jahren zur profitabelsten der Branche aufsteigen, kündigt er an.

Große Ziele, denn das Lastwagengeschäft ist starken Konjunkturschwankungen unterworfen, die manchmal an eine Achterbahnfahrt erinnern. In Boomphasen wird kräftig geordert, dafür verläuft das Geschäft danach umso schleppender.

Der Lastwagenbauer mit den Marken Freightliner, Sterling, Western Star und Thomas Built Buses ist Nordamerikas führender Nutzfahrzeughersteller. Mit gut 36 Prozent Anteil bei schweren LKW mit Abstand Marktführer und bei mittleren LKW in den USA auf Platz zwei. 2005 steigerte Freightliner mit gut 200 000 verkauften Fahrzeugen den Absatz um 22 Prozent und lieferte 40 Prozent der Verkäufe der neu geschmiedeten Truck Group von Daimler-Chrysler, zu der auch Mercedes-Benz und die japanische Fuso gehören. 2005 hat Daimlers Lastwagen-Sparte 30,4 Mrd. Euro umgesetzt und operativ 1,6 Mrd. Euro verdient.

Auch für 2006 rechnet der Konzern mit einem weiteren Rekordjahr bei Nutzfahrzeugen, doch für 2007 sind die Aussichten verhangen. Volvo tritt im Wettbewerb um große Flottenkunden in den USA deutlich aggressiver auf und wegen der Verschärfung der Abgasvorschriften für Dieselmotoren ab 2007 haben viele Kunden ihre Bestellungen vorgezogen.

Freightliner-Chef Chris Patterson zeigte sich indessen optimistisch: „Unsere Produktion ist viel flexibler als vor sechs Jahren und wir haben keine Überkapazitäten.“ Und: „Es kommt nicht darauf an, wie viele Fahrzeuge wir verkaufen, sondern darauf, ob wir sie mit Gewinn verkaufen können.“

Zur Steigerung der Ertragskraft und Festigung der Wettbewerbsposition will Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler in den nächsten Jahren die Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz, Freightliner und Fuso in Japan vor allem in der Entwicklung und im Einkauf wesentlich intensivieren. Die hauseigene Produktion von Dieselaggregaten für Nutzfahrzeuge will er von heute acht auf drei Plattformen reduzieren. Mit Hybridantrieben sei der Konzern dagegen bisher vor allem bei Bussen erfolgreich. New York habe 800 Orion-Busse mit Hybridantrieb bestellt, und in San Francisco übergab Renschler am Donnerstag die ersten Hybridbusse an die städtischen Verkehrsbetriebe. je/dpa

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