LKW-Hersteller holt fast eine halbe Million Fahrzeuge zurück in die Werkstatt – Mehrheitsaktionär Daimler schickt Ingenieure nach Japan
Rückrufskandal überrollt Mitsubishi Fuso

Daimler-Chryslers Lastwagentochter Mitsubishi Fuso gerät wegen der Fehler der Vergangenheit immer stärker unter Druck. Der Qualitätsskandal nimmt ungeahnte Ausmaße an. Fast eine halbe Million LKW und Busse müssen die Japaner zusätzlich zurück in die Werkstätten holen. Das ergab eine interne Untersuchung, die Firmenchef Wilfried Porth eingeleitet hatte, nachdem im Frühjahr die Vertuschung von Mängeln in der Vergangenheit bekannt geworden war.

bas HB TOKIO. Ehemalige Topmanager sind mittlerweile verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, Mängel an der Radaufhängung und dem Kupplungsgehäuse von Fahrzeugen kaschiert zu haben, die 2002 zu zwei tödlichen Unfällen geführt haben.

Zu den bisher bekannten Rückrufen von rund 150 000 Fahrzeugen, die noch im Umlauf sind, kommen nun noch einmal bis zu 450 000 Lastwagen und Busse in 43 neuen Rückruffällen hinzu. Damit muss insgesamt fast jedes zweite der 1,3 Millionen Fuso-Fahrzeuge, die auf japanischen Straßen unterwegs sind, zurück in die Werkstatt. Auch für den Rest bietet Mitsubishi Fuso kostenlose Inspektionen an.

Die Fehler der Vergangenheit dürften Mitsubishi Fuso heute teuer zu stehen kommen – und damit auch dem Hauptanteilseigner Daimler- Chrysler. Die Stuttgarter hatten erst in diesem Frühjahr ihren Anteil auf 65 % aufgestockt und wollen nach der Trennung von Hyundai Motors aus Korea über Fuso auf dem asiatischen Nutzfahrzeugmarkt expandieren. „Die Auswirkungen auf das Geschäft werden zweifellos signifikant sein“, sagte Fuso-Chef Porth. Beziffern könne er sie jedoch noch nicht.

Für die Rückrufkosten müsse zunächst einmal herausgefunden werden, welche Fahrzeuge mit welchen Teilen ausgebessert werden müssten. Allein für die erste der inzwischen drei Rückrufwellen hatte das Unternehmen mit rund 70 Mill. Euro an Kosten gerechnet. Bis Oktober sollen alle Reparaturen über die Bühne gehen. Zwei Dutzend Ingenieure von Daimler aus Stuttgart sollen den Kraftakt unterstützen.

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