LKW-Hersteller
MAN setzt mehrere Top-Manager vor die Tür

Kehraus beim Münchener MAN-Konzern: Der Lastwagenbauer hat personelle Konsequenzen aus den dubiosen Schmiergeldzahlungen gezogen. Drei Top-Manager mussten bereits gehen, ein halbes Dutzend weiterer Mitarbeiter soll folgen.

MÜNCHEN. Fünf Monate nach der Aufdeckung von dubiosen Schmiergeldpraktiken beim Verkauf von Bussen und Lastwagen im In- und Ausland hat der Münchner MAN-Konzern sein Top-Personal ausgetauscht. Nach Angaben des Nachrichtenmagazin "Spiegel" sei zum 1. Oktober nahezu die komplette Vertriebsführungsmannschaft der Nutzfahrzeugsparte in Deutschland neu besetzt worden.

Drei Top-Manager mussten den Angaben zufolge gehen. Sie waren nach einer Razzia Anfang Mai ins Visier der Ermittler geraten. Rund ein halbes Dutzend weiterer Verkaufs- und Vertriebsmitarbeiter an verschiedenen Nutzfahrzeugstandorten in Deutschland sind nach Spiegel-Angaben bereits beurlaubt und sollen in den kommenden Wochen und Monaten ausgetauscht werden.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Samstag die Angaben. Es sei ein personeller Neuanfang an der Betriebsspitze durchgeführt worden. Alle Maßnahmen seien sorgfältig geprüft und abgewogen worden. Eine strafrechtliche Bewertung sei mit den Neubesetzungen jedoch nicht verbunden.

Indes läuft es für die LKW-Branche weiter alles andere als rund. Rote Zahlen, Kurzarbeit oder Sparprogramme sind bei großen Herstellern wie Daimler, Volvo oder MAN an der Tagesordnung. Auf der Suche nach Wachstum werden die Konzerne nach Ansicht von Experten vor allem in den sogenannten BRIC-Staaten fündig: Brasilien, Russland, Indien und China.

MAN, der drittgrößte Hersteller nach Daimler und Volvo, konzentriert sich vor allem auf China, um vom - um die Hälfte geschrumpften - europäischen Kernmarkt unabhängiger zu werden. Die Münchner sind beim größten lokalen LKW-Bauer Sinotruk eingestiegen; gemeinsam wollen sie robuste Schwerlaster für Entwicklungsländer bauen. In Brasilien hat MAN die VW-Nutzfahrzeugsparte übernommen, um seine Position auf diesem Wachstumsmarkt zu verbessern.

Sorgenkind unter den BRIC-Staaten ist dagegen Russland, wo das LKW-Geschäft fast zum Erliegen gekommen ist, weil die Kunden keine Finanzierung bekommen.

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