Lkw
IAA-Nutzfahrzeuge: Finanzkrise und Rohstoffpreise belasten Hersteller

Der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler rechnet für das kommende Jahr mit einer Marktstagnation. Volkswagen will die Preise für Nutzfahrzeuge aufgrund drastisch gestiegener Rohstoffkosten erhöhen. Wie andere Hersteller auf der IAA Nutzfahrzeuge die Entwicklung der Branche einschätzen.

HB HANNOVER. Allenfalls sei auf ein leichtes Plus zu hoffen, sagte Spartenchef Andreas Renschler am Dienstag auf der IAA Nutzfahrzeuge. „2009 wird es nicht einfacher für unser Nutzfahrzeuggeschäft.“ Zwar gebe es keine Anzeichen für ein Ende des Booms in den asiatischen und südamerikanischen Wachstumsmärkten. „In den USA haben wir das Ende des Negativ-Zyklus erreicht.“ Allerdings stelle sich der Konzern im europäischen Heimatmarkt nach zwei starken Jahren auf ein Minus ein. „Selbst wenn es in Europa nächstes Jahr einen Rückgang von acht oder 15 Prozent geben sollte - wir sind darauf vorbereitet“, sagte er. In Japan sei mit Stagnation zu rechnen.

In diesem Jahr will der Konzern zumindest etwas mehr Laster verkaufen als im Vorjahr. Von Januar bis August lagen die Lkw-Verkäufe mit 311 000 (Vorjahr: 310 000) Lkw minimal über Vorjahr, die Auftragseingänge legten um drei Prozent zu. Bei Transportern und Bussen rechnet das Unternehmen ebenfalls mit einem Absatzplus. „Ich bin nicht in einem desolatem Zustand, wenn der Markt 2009 auf ein normales Niveau zurückgeht“, resümierte Renschler.

Daimler hoffe darauf, die Kunden von der Effizienz seiner Fahrzeuge zu überzeugen und investiere viel in neue Technologien. „Neu ist die Dringlichkeit, bei diesen Anstrengungen voranzukommen“, sagte Renschler. „Null-Emission-Lkw und -Busse könnten schon 2020 Standard sein.“

Großes Potenzial sieht Daimler in Ländern wie Brasilien und Indien. Auf dem Subkontinent will Daimler ab 2010 gemeinsam mit dem Motorradproduzenten Hero Lastwagen unter einer neuen Marke bauen, da importierte Lkw für den Markt zu teuer sind. „In Russland und China verfolgen wir einen ähnlichen Ansatz, auch bei Transportern und Bussen“, sagte Renschler. Erst im Juli hatte Daimler Verhandlungen über ein milliardenschweres Aktienpaket am russischen Marktführer Kamaz bekanntgegeben. Derzeit läuft die Buchprüfung. „Wir wollen bis Ende des Jahres ein Ergebnis erreichen“, sagte Renschler.

Eine Abspaltung oder einen Börsengang der Lkw-Sparte plant Daimler hingegen nicht. „Ich habe nicht mitgekriegt, dass Investoren uns dazu drängeln würden“, sagte Renschler. „Es gibt von uns keine Strategie dazu.“

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