LKW-Streiks in Spanien
Produktionsausfälle bei Autobauern in ganz Europa

Der Streik der spanischen Lastwagenfahrer gegen die hohen Spritpreise hat zu Produktionsausfällen in den europäischen Fabriken vieler Automobilfirmen geführt. Auch deutsche Werke sind betroffen.

HB FRANKFURT/MAIN. Allein bei Ford in Saarlouis wurden mindestens 1 200 und bei Audi in Brüssel 900 Fahrzeuge nicht gebaut. Bei Opel war Eisenach betroffen und bei BMW Leipzig und Regensburg sowie das Mini-Werk in Oxford. Bei Ford standen zeitweise die Bänder auch in Köln still, bei VW im portugiesischen Setubal und im spanischen Pamplona.

Bei Ford fielen an den Standorten Köln und Saarlouis mehrere Schichten aus, weil Fahrwerk-Teile fehlten, wie Unternehmenssprecherin Beate Falk am Freitag erklärte. Inzwischen sei die Produktion aber wieder angelaufen, weil sich auch die Situation in Spanien offenbar entspannt habe. Die Schichten sollen in den nächsten Wochen nachgeholt werden.

Bei Audi stand das Werk in Brüssel am Donnerstag und Freitag still. Am Montag werde man aber wieder produzieren können, sagte ein Sprecher. Die fehlenden Karosserieteile aus Pamplona seien inzwischen angekommen. Am Wochenende wäre das Werk auch ohne den Streik geschlossen gewesen. Insgesamt seien rund 600 Polos und 300 A3 nicht gebaut worden. Man werde jetzt versuchen, die ausgefallene Produktion wieder aufzuholen.

Im Corsa-Werk in Eisenach sollten wegen fehlender Komponenten in der Nacht zum Samstag keine Autos gebaut werden, wie Opel-Sprecher Andreas Krömer am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte. Der Produktionsausfall belaufe sich auf rund 200 Fahrzeuge: "Der Streik der Lkw-Fahrer in Spanien ist für uns äußerst ärgerlich." Das Eisenacher Opel-Werk ist auf Teile und Komponenten angewiesen, die teils im Opel-Werk in Zaragoza, teils bei Zulieferbetrieben in Nordostspanien gefertigt werden. Krömer sagte, es sei damit zu rechnen, dass der Streik auch die Produktion in der kommenden Woche beeinträchtigen werde.

Auch BMW fehlen durch den Streik der Lastwagenfahrer verschiedene klassische Zulieferteile. Der Autobauer lässt deswegen in seinen Werken in Leipzig und Regensburg jeweils eine Schicht ausfallen, im Mini-Werk in Oxford stehen die Bänder das ganze Wochenende über still, wie Sprecher Michael Rebstock der AP sagte. Das bedeute, dass jeweils mehrere hundert Autos nicht gebaut würden. Für Montag sei die Produktion aber gesichert, und von da an müsse man "auf Sicht fahren". Obwohl die Produktion nachgeholt werden könne, bleibe ein durchaus erheblicher finanzieller Schaden.

Das VW-Werk in Setubal in Portugal stellte am Freitagmorgen die Fertigung ein, wie ein Unternehmenssprecher in Wolfsburg sagte. Im Werk in Pamplona in Spanien habe es an den Vortagen Ausfälle gegeben. Dort werde aber seit Freitag wieder produziert. Die Produktion von VW in der Bundesrepublik war nach Angaben des Sprechers von den Streiks in Spanien nicht betroffen. Auch für Montag seien in Deutschland keine Schichten abgesagt worden, hieß es.

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