Lkw-Zulieferer auf Investorensuche
SAF-Holland peilt Kapitalerhöhung an

Der Lkw-Zulieferer will die gute Konjunktur zur nachhaltigen Sanierung nutzen und sucht neue Investoren. Vor einer möglichen Kapitalerhöhung muss das operative Geschäft wieder in die Spur. Wie SAF-Holland erwacht derzeit die gesamte Branche aus dem Dornröschenschlaf.
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MÜNCHEN. Der Lkw-Zulieferer SAF-Holland sucht neue Investoren. „Die nachhaltige Verbesserung der Eigenkapitalstruktur bleibt unser Ziel“, sagte SAF-Chef Rudi Ludwig dem Handelsblatt. „Eine mögliche Kapitalerhöhung ist in der Diskussion, es sind aber noch keine Beschlüsse gefasst“, betonte er. Das gilt auch für die Frage, ob SAF-Holland das Geld über die Börse oder institutionelle Anleger besorgen will.

Knapp fünf Prozent Eigenkapital sind dem Lkw-Zulieferer nach der Krise geblieben. Ludwig hält jedoch mittelfristig eine Quote von 20 bis 25 Prozent für notwendig, das entspräche derzeit einem Volumen von rund 50 Mio. Euro. Das frische Geld soll vor allem die Schulden der Vergangenheit tilgen: Noch lasten Verbindlichkeiten von rund 300 Mio. Euro auf der Bilanz, die nach einer Umschuldung mit 8,3 Prozent Zinsen bedient werden müssen.

Vor einer möglichen Kapitalerhöhung muss das operative Geschäft wieder in die Spur. Der deutliche Aufschwung im Lkw-Geschäft hilft dem Unternehmen dabei. „Alle Geschäftsbereiche sollen bis Ende 2010 operativ schwarze Zahlen schreiben“, versprach Ludwig, der Mitte November die Zahlen für das dritte Quartal vorlegt. „Die Umsatzprognose von über 550 Mio Euro haben wir konservativ angesetzt“, erläuterte der Konzernchef.

SAF-Holland kam wie die gesamte Lkw-Branche in den vergangenen Jahren schwer unter die Räder. Hinzu kam auf dem Höhepunkt des Booms eine gewagte Transaktion: 2007 fädelte der Finanzinvestor Pamplona die Fusion der Saur Achsenfabrik mit dem US-Zulieferer Holland ein.

Die Branchenkrise traf das neue Gespann schwer, 2009 brach der Umsatz von ehemals 800 Mio. Euro auf 440 Mio. Euro ein. Der Sanierungsexperte Rainer Beutel entließ fast die Hälfte der Belegschaft und verhinderte die Insolvenz. Im Dezember 2009 übernahm Ludwig die Führung, im Mai 2010 verkaufte Pamplona seinen 34 Prozentanteil an 14 unabhängige Investoren.

Seitdem erwacht die Branche aus dem Dornröschenschlaf. Die großen Hersteller Daimler und MAN haben die Kurzarbeit beendet und schreiben wieder Gewinne. Das zieht auch die Zulieferer mit: „Die Märkte werden in Europa und Nordamerika in den kommenden Jahren mit 10 bis 15 Prozent wachsen“, glaubt Ludwig. Auch diese Schätzung sieht er als konservativ an.

Die Franken wollen davon profitieren: „Bis 2014 wollen wir mit organischem Wachstum einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen“, sagte der SAF-Chef. Dabei soll sich der Umsatz gleichmäßig auf Europa und die USA verteilen, weitere 100 Mio. sollen aus dem Geschäft in Brasilien und China stammen.

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