Lob für die Mitbestimmung
Schrempp kritisiert Jobverlagerung ins Ausland

DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hat die Mitbestimmung in Deutschland erneut verteidigt. Zudem bezeichnete er die Produktionsverlagerung ins Ausland als nicht patriotisch.

HB BERLIN. Der Chef des Autoherstellers DaimlerChrysler, Jürgen Schrempp, hat Unternehmer kritisiert, die leise ihre Produktion aus Deutschland verlagerten. Dies sei der falsche Weg und nicht patriotisch, sagte Schrempp der Nachrichtenagentur dpa. Er verwies stattdessen auf die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen: Er sei der festen Überzeugung, dass Unternehmertum mit gesellschaftlicher Verantwortung zusammengehe.

Allerdings gehöre es ebenfalls zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmer, den Aktionären , die ihr Geld investierten, ihre Rendite zu erwirtschaften, fügte Schrempp hinzu. Nur ein profitables Unternehmen könne ein soziales Unternehmen sein. Dagegen warnte er vor kurzfristiger Gewinnorientierung auf Kosten notwendiger Investitionen.

Außerdem sprach sich Schrempp erneut für die Mitbestimmung in Deutschland aus: «Wer behauptet, dass die Mitbestimmung schädlich für Investitionen in Deutschland sei, liegt falsch», betonte der Konzernchef. Sie sei auch nicht hinderlich bei Entscheidungen im Unternehmen, schließlich lasse die Mitbestimmung doch die Zweitstimme des Aufsichtsratschefs zu.

Die Arbeitgeber drängen seit mehreren Monaten auf eine Reform der betrieblichen Mitbestimmung. Sie schrecke ausländische Investoren ab und schade Deutschland im internationalen Wettbewerb. BDA-Präsident Dieter Hundt forderte demnach größere Gestatlungsspielräume für die Unternehmen. Sie soll jedoch nicht abgeschafft, sondern an die europäische Entwicklung angepasst werden.

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