Lobbyismus

Autobranche wirkte entscheidend auf Öko-Label ein

Der VDA soll das umstrittene Öko-Label bei Autos entscheidend mitbestimmt haben. Akten aus dem Wirtschaftsministerium belegen laut eines Berichts, dass der Verband sogar die Abstimmung der Ministerien mitkoordinierte.
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Kanzlerin Angela Merkel und VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch bei der IAA. Offenbar war der Verband stärker in die Einführung des umstrittenen Öko-Labels eingebunden als bisher bekannt. Quelle: Reuters

Kanzlerin Angela Merkel und VDA-Präsident Matthias Wissmann im Gespräch bei der IAA. Offenbar war der Verband stärker in die Einführung des umstrittenen Öko-Labels eingebunden als bisher bekannt.

(Foto: Reuters)

HamburgDie Autoindustrie hat einem Medienbericht zufolge bei der Einführung eines umstrittenen Öko-Labels für den Verbrauch von Autos stärker mitbestimmt als bisher bekannt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) habe bei der Bundesregierung nicht nur für seine Positionen geworben, sondern sogar direkt zwischen den Ministerien vermittelt, berichtete „Zeit Online“ am Sonntag unter Berufung auf Akten des Bundeswirtschaftsministeriums.

VDA-Präsident Matthias Wissmann schrieb dem Bericht zufolge etwa im Februar 2010 an das Verkehrsministerium, sein Verband und das Wirtschaftsministerium seien sich „über einen konkreten Vorschlag einig“. Es gehe nun darum, auch das Umweltministerium davon zu überzeugen. Im April 2010 habe der VDA das Wirtschaftsministerium darüber informiert, dass das Bundesumweltministerium einen Vorschlag des Wirtschaftsressorts falsch verstehe. Man müsse dem Umweltministerium die Formeln nochmals erklären. „Sonst rechnet das BMU falsch“, mahnte der VDA-Vertreter laut des Berichts.

„Hier hat ein Lobbyverband nicht einfach nur seine Positionen übermittelt, sondern gleich noch die Ressortabstimmung übernommen“, sagte Christina Deckwirth von der Antilobbyismus-Initiative LobbyControl „Zeit Online“. Der VDA handle offenbar als verlängerter Arm der Bundesregierung.

Auch die Deutsche Umwelthilfe kritisierte, dass der VDA „weitgehend die Regie bei der Erstellung der Verordnung“ übernommen habe. Ans Licht kam die Korrespondenz dem Bericht zufolge nur, weil die Umwelthilfe sich die Einsicht in die Akten vor dem Europäischen Gerichtshof erstritten hatte.

Die umstrittene Verordnung war im Dezember 2011 in Kraft getreten. Das Label soll Verbraucher beim Kauf eines Neuwagens über Energieverbrauch und Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid informieren. Ähnlich wie bei Elektrogeräten gibt es Effizienzklassen. Umweltverbände kritisierten das System schon bei der Einführung als irreführend und wenig aussagekräftig, da es bestimmte Modelle bevorzuge.

Es ist nicht der erste Fall in den vergangenen Wochen, in denen ein enges Verhältnis zwischen Politik und Autoindustrie für Aufsehen sorgt. Kurz nach der Wahl hatten CDU und FDP drei Großspenden der Familie Quandt erhalten. Johanna Quandt und ihre Kinder halten große Anteile am Autobauer BMW. Fast zeitgleich stellte sich die Bundesregierung bei einem Treffen der EU-Umweltminister gegen strengere Abgaswerte. Von denen wären besonders Oberklassenlimousinen betroffen gewesen.

  • afp
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30 Kommentare zu "Lobbyismus: Autobranche wirkte entscheidend auf Öko-Label ein"

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  • @netshadow

    Ohh...hab ich das Ego angekratzt? ;-)

    Bleiben Sie doch mal locker...ich will gar nix verändern. Ich sag nur meine Meinung wie alle anderen hier auch. Schliesslich lebenw ir in einer Selbstdarstellungskultur :-)

    Die Fakten kann aber KEINER LEUGNEN :) und die Menschheit muß sich wahrscheinlich alle paar Jahrzehnte in Kriege stürzen. Ausserdem reicht doch ein fast ganzes Jahrhundert Frieden in Europa. Und was kümmern uns all die armen Schlucker ausserhalb der BRD.

    Nur zu...die Rechten meinen eh wir haben ein zuviel an Weltbevölkerung. Das wertlose Spielgeld will in Grund und Boden angelegt werden. Den bekommt man ja nach einem Krieg dann auch viel leichter.

    Keiner wird Lobbyismus verhindern können! DER MENSCH IST NUNMAL GERNE KÄUFLICH. Ausser ich :)
    Ausserdem hat schon IMMER DAS GELD REGIERT!

    Wens nach mir gehen würde, würde ich dieses korrupte Politische System generell abschaffen. Was glauben sie warum Leute wie R.Luxemburg einst deswegen ermordet wurden? Und Kennedy und all die anderen, die dem Volke dienen wollten?!

    DEMOKRATIE EINES VOLKES SIEHT WAHRLICH ANDERS AUS!! DAS hier ist reine VOLKSVERARSCHUNG udn auch nicht besser als in der DDR. Es wird nur besser VERSCHLEIERT!

    Gehen sie weiter fleissig wählen und malen Sie sich ihre Welt schön. Während dessen ich mich dem Leben widme :-)

  • @netshadow "...Sie drehen Sich irgendwo im Kreis, aber dem Lobbyismus und seine krankhaften Auswüchse aufs System helfen Sie damit nicht ab."

    Sagt der Verehrer des etablierten Parteiensumpfs und Kämpfer gegen eine neu gegründete demokratisch legitimierte Partei, die dem vorherrschenden Lobbyismus beikommen will. Wer dreht sich hier im Kreis?

  • What you should know about cars, eco-labeling and lobbying claims http://wp.me/p3yx1u-61

  • "Sie sind genauso ideologisch verbohrt wie faste jeder, der nicht in Alternativen und vorallem Human denken kann! Hauptsache das eigene Ego befriedigen."

    Sie sind wirklich lustig, weil Sie denken Sie haben die Systemweisheit mit Löffeln gefressen, sind natürlich alle andere nur Egoisten.
    Noch lustiger ist eigentlich das Sie damit auch noch offensichtlich denken etwas zu verändern, in dem Sie einfach mal anderen Leuten Inhumanität unterstellen.
    Ziemlich banal, aber ich behaupte mal ganz "arrogant und inhuman" das Sie damit überhaupt nichts erreichen. Und schon gar keine Systemveränderung, vor allem dann für ein System was ja mit Ihrer Weisheit nur gut sein kann.
    Sie drehen Sich irgendwo im Kreis, aber dem Lobbyismus und seine krankhaften Auswüchse aufs System helfen Sie damit nicht ab. Im Gegenteil, Sie schaffen nur ein neues System von neuen Abhängigkeiten.
    Freidenken ist was anderes, vor allem nicht anderen Menschen einfach etwas zu unterstellen was gerade ins eigene Gedankensystem paßt.

  • @ Freidenker

    Da hat bereits Marx vor 200Jahren erkannt. Sie haben zweifelsohne recht, aber NOCH geht es den Menschen gut, und so wollen sie von diesen Thesen nichts wissen.

    Aber das ist nicht Gegenstand des Themas hier.Es geht nicht um die notwendige Veränderung der Verteilung der Arbeit und deren ergebnisse, sondern um die Auswirkungen der Korruption in der Autobranche!

  • Ach...@Fredi Ist ein Lobbyist der Autoindustrie :)

    Ohh Mann...glauben sie wirklich die Masse steigt auf E-Autos um?! Woher soll diese denn das nötige Kleingeld haben?! Schon jetzt stagniert der Absatz an neuen Autos. Warum wohl??? Neee, nicht weil man ökologisch denkt...sondern weil die MASSE BEREITS VERSCHULDET IST!!

    Anscheinend hat noch keiner kapiert, dass dieses bestehende System ein reinens Betrugssystem ist. In dem immer nur einige profitieren. Die Mittelschicht hat sich wegen der gewollten Zugehörigkeit zur Oberschicht (Reichen) und der ständig steigenden Preise, Steuern usw. bereits kräftig verschuldet!! Und die paar Wohlhabenden und Besserverdienenden werden die Marktwirtschaft, die ja gar nicht existiert! auch nicht mehr retten!! Die Verschuldung nimmt überall immer mehr zu. Sei es privat, im ÖD (Kommunen) oder Unternehmen. Tja...hoffen wir auf eine Neue Menschheit, die noch unenddeckt im Weltall schwebt. Natürlich nur mit genug Kleingeld versteht sich :)

    Die Blasen werden jedenfalls zunehmen...und die Krisen immer mehr.

  • @ Brechreiz

    Naja, ein großes Problem ist ja die Unstetigkeit der Energierzeugung mit Windrädern und Solar. Und da wäre ein riesiges Potential an Speicherkapazität mit den E-Autos vorhanden.
    Und Reserven an der Erzeugung von Strom sind ausreichend vorhanden, wenn eben auch aus verschiedenen Gründen nicht gewollt. Ich denke da nur an das Trauerspiel um Desertec. Irgendwann kommen da fremde Interessensgruppen drauf, dies zu tun!
    Ich sehe das Ganze auch nicht nur aus der CO2-Sicht. Deutschlands Einfluß in der Welt wird abnehmen, die Schwellenländer kommen. Und wir beschleunigen diesen Prozeß, indem wir eben nicht in Neue Technologien investieren, sondern an den alten festhalten.
    Dann ist es vielleicht ganz gut, eine Energieversorgung zu haben, die nicht von fremden Öl/Gas/Uran abhängig ist.

  • @netshadow

    Och, wohin wollen Sie, besser die BRD, denn noch wachsen...so als Exportnation und mit einer besitzenden globalen Klasse??....

    Das Kapitalistische System hat bis jetzt immer mehr Armut PRODUZIERT!

    Ach ja...natürlich...die Reichen und die Oberschicht wird das benötigte Wachstum (Geldsystem) ja bestimmt am laufen halten, gell....

    Auch Sie sollten der Realität mal ins Auge sehen. Oder haben Sie etwa übersehen, dass die Armut weltweit, in der BRD ebenso, zunimmt?! Und ob die Reichen all das unsinnige Zeugs kaufen...na bestimmt :)

    Sie sind genauso ideologisch verbohrt wie faste jeder, der nicht in Alternativen und vorallem Human denken kann! Hauptsache das eigene Ego befriedigen.

    Schon mal das Schwarzbuch des Kapitalismus gelesen??

    Ach ja...der Kapitalismus kann natürlich auch mit Faschismus überleben. Das Sie diesem System frönen ist erstaunlich. Oder doch nicht...aus dem Bürgertum kroch schon mal der Faschismus! Hatten wir ja schon mal...und ist somit nix Neues von den Deutschen! Die Deutschen könne wohl immer nur extrem. Und genau die gleiche Krise hatten wir auch schon (es gibt KEINE EUROKRISE!)! Und wie Globalisierung endet beweist die Geschichte! Vorallem wenn eine HERRSCHENDE, BESITZENDE KLASSE DIE MENSCHEN UND DAMIT GANZE VOLKSWIRTSCHAFTEN AUPLÜNDERT!!

    Zitat:

    Das Buch
    Der Kapitalismus treibt auf eine ausweglose Situation zu. Der Lebensstandard breiter Bevölkerungsschichten sinkt, die Arbeitslosigkeit nimmt zu,
    der Ausweg in die Dienstleistungsgesellschaft
    erweist sich als Illusion. Die
    Marktwirtschaft wird mit ihren Produktivitätssprüngen - Automation und Globalisierung - nicht mehr fertig.

    http://www.exit-online.org/pdf/schwarzbuch.pdf

    Und das man über bewusst inszenierte Börsencrash Vermögen einfach nur umverteilt, sollten Sie auch wissen. Hoffentlich haben Sie auch genug Kleingeld um die Zukunft ohne Armut zu überleben.


    Denken und denken sind halt doch zweierlei :)

  • @Fredi..."....dann werden uns diese Elektroautos bald überschwemmen!"

    Hoffen wir es nicht. Könnte eng werden mit der Energieversorgung dieser Fahrzeuge, bei gleichzeitiger Forderung nach Abschaltung aller Kraftwerke in unserem Land. Außerdem würde dann die Lüge vom emissionsfreien Fahren auffliegen, wenn die e-Autos in Massen unterwegs sind und trotzdem der Weltuntergangs-CO2-Ausstoß nicht abnimmt.

  • @ Brechreiz

    Diese Technik entsteht gerade dort, wo geforscht und entwickelt wird.
    Un dvon dort aus wird sie auch verkauft werden! Tesla hat schon bewiesen, dass serienreif bis 450km Reichweite möglich sind, bald bei 10min Ladezeit.
    Wenn es gelingt diese Technik massentauglich zu machen - und daran wird überall (außer in Deutschland) gearbeitet - dann werden uns diese Elektroautos bald überschwemmen!

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