Lösungskonzept
Schaeffler und Conti ringen um neue Struktur

Heute könnte sich für Schaeffler und Conti alles ändern: Der Aufsichtsrat von Conti kommt am Nachmittag zusammen, um über die Struktur des neuen Konzerns zu sprechen. Erste Konturen sind bereits abzusehen. Der geplante Zusammenschluss unter dem Dach von Continental soll die Schuldenlast des Großaktionärs senken.

FRANKFURT/HAMBURG. Vorgesehen ist ein operativer und rechtlicher Zusammenschluss der Firmen unter dem Dach der Conti AG. Um einen guten Teil der durch die Übernahme angehäuften Schulden von rund zwölf Mrd. Euro abzubauen, will Schaeffler eine Umtauschanleihe begeben, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Familienunternehmens.

Gezeichnet werden soll sie von den Gläubigerbanken, die damit die Möglichkeit bekämen, sie in Unternehmensanteile umzutauschen - allerdings nicht von der Schaeffler-Gruppe selbst, sondern aus dem Paket der Conti-Aktien der Herzogenauracher, die direkt 49,9 Prozent halten.

Für Gläubiger wie die Commerzbank hätte das Instrument den Vorteil, vorerst keine Abschreibungen auf die Kredite an Schaeffler vornehmen zu müssen. Statt Geld für die Anleihe zu zahlen, würden sie Schaefflers Schulden reduzieren. Contis Hauptanteilseigner hatte wesentliche Teile der Aktien für 75 Euro pro Stück erworben. Am Freitag stand der Kurs bei gut 24 Euro. Die Banken setzen auf steigende Kurse durch eine Integration der beiden Zulieferer.

Eingeschränkt wird der Bankenspielraum durch die vergangene Woche von der Bundesbank formal festgestellte Kreditnehmereinheit von Conti und Schaeffler, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Die Bundesbank bestätigte die Entscheidung auf Anfrage. Die beiden Zulieferer, die zusammen ein Schuldenberg von rund 23 Mrd. Euro drückt, müssen von den Gläubigern nun wie ein Konzern behandelt werden (siehe Kasten).

Weiterer Finanzierungsbedarf des geplanten Gemeinschaftsunternehmens soll mithilfe des Staates gedeckt werden. Die Rede ist von 2,5 bis 3 Mrd. Euro, die durch Bürgschaften der Länder sowie des Bundes abgesichert werden sollen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte dem "Focus", im Fall eines tragfähigen Gesamtkonzepts werde "eine Bürgschaft zur Hälfte aus dem Deutschlandfonds und zur Hälfte von den Standortländern finanziert, und das verteilt nach der Lohnsumme". Wulff zufolge sind das Bayern, Hessen und Niedersachsen.

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