Löwenbräu-Übernahme ändert nichts
Heineken bekommt keine Paulaner-Mehrheit

Bei der Paulaner-Brauerei behalten auch weiterhin Deutsche das Sagen. Der niederländische Braukonzern Heineken wird bei seinem Münchener Kooperationspartner keine Mehrheit erhalten.

HB MÜNCHEN. „Da gibt es keine Diskussion“, sagte Wolfgang Salewski, Paulaner-Chef und Strategievorstand der Schörghuber-Gruppe, am Montag in München. Schörghuber werde mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren die Mehrheit behalten.

Vergangene Woche hatte die belgische Interbrew das Braugeschäft von Spaten-Franziskaner-Löwenbräu übernommen. Dies hatte Spekulationen über eine stärkeres Engagement von Heineken in Deutschland ausgelöst. Heineken hält durchgerechnet knapp 25 Prozent der Anteile an der Paulaner-Gruppe.

Das Paulaner-Geschäft wird derzeit vom guten Wetter beflügelt. Obwohl das Geschäft mit Bierdosen wegen des Dosenpfands praktisch gegen Null tendiere, habe Paulaner in den ersten neun Monaten gegen den rückläufigen Branchentrend den Absatz um zwei Prozent auf 2,15 Millionen Hektoliter Bier gesteigert.

„Dabei haben wir sicher auch schon von der Kooperation mit Heineken profitiert“, sagte Salewski. So sei der Export der Marke Paulaner um neun Prozent gestiegen. Die Niederländer helfen den Münchnern im Ausland beim Vertrieb von Paulaner-Weißbier. Im Gegenzug berät Paulaner Heineken auf dem schwierigen deutschen Markt und hilft, Heineken-Bier in Hotels und Szene-Lokalen unterzubringen. „Die Zusammenarbeit läuft ausgezeichnet“, sagte Salewski.

Nach Einschätzung in Branchenkreisen ist Heineken stark an einer Mehrheit interessiert. Interbrew hatte sich gleich die volle Kontrolle über die Biermarken der Spaten-Gruppe gesichert. Salewski betonte aber, Paulaner sei für das weitere Wachstum gut aufgestellt. Daher gebe es für Schörghuber keinen Grund, weitere Anteile zu verkaufen.

Salewski hatte im Frühjahr die Geschäftsführung von Paulaner übernommen und der Brau-Gruppe einen strikten Sparkurs verordnet. In diesem Jahr soll die Zahl der zuletzt 1 100 Stellen um fünf bis sechs Prozent sinken. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag 2002 nur im einstelligen Millionenbereich. Für 2003 sei er beim Ergebnis „sehr, sehr optimistisch“, sagte Salewski. Im kommenden Jahr solle dann eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent erreicht werden. Bei dieser Prognose geht Salewski von einem rückläufigen Absatz 2004 aus. „Wir kriegen diesen Sommer voraussichtlich nicht wieder.“ Zu Paulaner gehören auch Marken wie Hacker-Pschorr und Auer-Bräu. Der Kauf von weiteren regionalen Marken ist geplant.

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