Lohnende Investitionen: Spezialisierung bringt Roche Erfolge ein

Lohnende Investitionen
Spezialisierung bringt Roche Erfolge ein

Pharmariese Roche investiert massiv in Krebsmedikamente und Anschlussprodukte für auslaufende Patente. Der Investitionskurs zahlt sich nun aus. Die Konkurrenz läuft den Schweizern hinterher.
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BerlinDer weltweit steigende Bedarf an Krebsmedikamenten hat dem Pharmakonzern Roche einen neuen Rekordgewinn eingebracht. In den USA und in Schwellenländern wie China stiegen die Medikamentenverkäufe der Schweizer im letzten Jahr zweistellig. Europa hinkte hinterher. Insgesamt wuchsen die Verkäufe um drei Prozent auf 46,8 Milliarden Franken, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn stieg um 18 Prozent auf 11,37 Milliarden Franken. „Blockbuster“ wie MabThera gegen Blutkrebs, Herceptin gegen Brustkrebs und das breit eingesetzte Avastin schwemmten Roche jeweils mehr als sechs Milliarden in die Kasse. Rechnet man den Effekt des starken Schweizer Frankens heraus, wuchsen die Einnahmen immerhin um sechs Prozent.

Die Dividende soll um sechs Prozent auf 7,80 Franken steigen. Analysten hatten allerdings mit acht Franken gerechnet. Statt mehr auszuschütten, baute Roche die Schulden um knapp vier Milliarden Franken ab. Finanzchef Alan Hippe sagte, der Konzern wolle seine Verbindlichkeiten von noch weiter zurückfahren.

Die abnehmende Verschuldung, die nach Analystenschätzungen bald gegen Null gehen könnte, sorgte für Übernahmespekulationen. Gering verschuldete Unternehmen haben Vorteile bei fremdfinanzierten Zukäufen. „Die einzige vernünftige Annahme ist, dass sie eine Übernahme vorbereiten – was wollen sie sonst mit ihrem Geld machen“, sagte Kepler-Cheuvreux-Analyst Fabian Wenner. Von einem Aktienrückkaufprogramm wie beim Lokalrivalen Novartis war bei Roche nicht die Rede. Für Konzernchef Severin Schwan stehen Übernahmen nicht im Vordergrund. Die Frage stelle sich immer, sagte er. „Aber unsere Strategie hat sich nicht geändert. Wir werden weiterhin nach kleineren Zukäufen Ausschau halten, die unser Geschäft abrunden“. 2009 lud sich Roche bei der Übernahme der US-Biotechnologiefirma Genentech für knapp 50 Milliarden Dollar eine riesige Schuldenlast auf, die seitdem abgebaut wird. Zuletzt kaufte der Konzern Anleihen vorzeitig zurück. 2012 brach Schwan einen Übernahmeversuch bei der amerikanischen Illumina ab, weil den Baslern der Preis mit 6,7 Milliarden Dollar zu hoch war. Wachsen will Roche trotzdem. Schwan stellte den Anlegern für das laufende Jahr ein Wachstum in Lokalwährungen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und eine höhere Dividende in Aussicht.

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