Lohnerhöhung
VW blitzt bei den Gewerkschaften ab

Volkswagens Personalvorstand Horst Neumann stößt mit seinem Vorschlag zur künftigen Entlohnung bei den Arbeitnehmern auf Gegenwehr. Die IG Metall fordert zusätzlich zur Erfolgsbeteiligung eine Lohnerhöhung von sechs Prozent.
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HAMBURG. Neumann hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt klar gemacht, VW wolle statt auf Lohnerhöhungen über dem Flächentarifvertrag auf erfolgsabhängige Einmalzahlungen setzen. Das lehnen Gewerkschafter ab: „Die Erfolgsbeteiligung steht den Beschäftigten aufgrund des Tarifvertrages ohnehin zu. Man kann ein Stück Kuchen nicht doppelt verteilen“, sagte Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine dem Handelsblatt gestern nach der Sitzung der Tarifkommission der Gewerkschaft.

Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh lehnt Neumanns Vorstoß ebenfalls ab. Auf die Gewinnbeteiligung am operativen Ergebnis hinzuweisen sei „ein ganz schlechter Witz“, sagte er. Entweder habe das Unternehmen Angst oder VW wolle die Beschäftigten in die Irre leiten.

Neumann hatte angekündigt, Volkswagens „überdurchschnittlichen Erfolg“ als Einmalzahlungen an die Belegeschaft weiterreichen zu wollen. Seit 2006 schüttet VW auf Basis des Haustarifvertrags zehn Prozent des Ergebnisses an die Mitarbeiter aus.

„2011 kommt das Instrument angesichts unserer wirtschaftlichen Entwicklung wieder in Fahrt. Jeder wird dann an seinem Portemonnaie sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Neumann. Sollten die Ergebnisse auch in den nächsten Jahren stimmen, dürfte das „der Mannschaft ordentliche Einmalzahlungen bringen“.

Die Tarifkommission der IG Metall einigte sich gestern dagegen einstimmig auf die Forderung von sechs Prozent mehr Geld von Februar 2011 bis Ende Januar 2012. Im Vorfeld hatte Verhandlungsführer Meine vier bis sechs Prozent als Korridor genannt. „In den Werken fanden intensive Debatten statt, deren Ergebnis sich am oberen Rand eingepegelt hat“ sagte er gestern. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 19. Januar angesetzt.

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