Lohnzahlungen gestoppt
Saab bekommt von Schwedens Regierung keine Hilfe

Der schwedische Autobauer Saab kann nicht einmal mehr die Löhne für seine Mitarbeiter bezahlen. Es droht die Insolvenz. Die Regierung lehnt ein Eingreifen ab - vorerst.
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StockholmDie schwedische Regierung will keine Initiativen zur Rettung des angeschlagenen Autoherstellers Saab in Gang setzen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson sagte dazu in Stockholm: „Saab hat hier die Verantwortung und muss selbst finanzielle Lösungen finden.“ Die Ministerin meinte weiter, das Unternehmen müsse genügend liquide Mittel für Löhne und Gehälter sowie auch die offenen Rechnungen von Zulieferern
aufbringen. Erst danach könne die Regierung Entscheidungen zu den Plänen des Unternehmens treffen. „Ich hoffe wirklich, dass sie das schaffen“, sagte Olofsson. Der niederländische Saab-Chef Victor Muller strebt eine Zusammenarbeit mit zwei chinesischen Partnern an, die langfristig frisches Kapital in Höhe von 24 5Millionen Euro einbringen wollen.

Am Donnerstagmorgen teilte das Unternehmen mit, dass die planmäßig an diesem Tag anstehenden Lohnauszahlungen der 3.700 Mitarbeiter nicht möglich seien. Ein Saab-Sprecher bestätigte am Unternehmenssitz in Trollhättan die Meldungen. „Es ist äußerst bedauerlich, dass wir in diese Situation geraten sind“, sagte die Sprecherin. „Wir versuchen, die entstandene Situation so schnell wie möglich zu lösen“. Der Erfolg entsprechender Verhandlungen sei aber unsicher.

Experten sehen in der neuen Situation möglicherweise das Ende der Marke. So stuft die schwedische Metall-Gewerkschaft die Lage beim angeschlagenen Autohersteller Saab als akut bedrohlich ein. Wenige Stunden nach Bekanntgabe ausbleibender Lohnzahlungen meinte der zuständige Sekretär Veli-Pekka Säikälä am Donnerstag auf der Internetseite der Gewerkschaft: „Man soll die Hoffnung nie aufgeben, aber im Moment sieht es äußerst düster aus.“

Saab hatte am Morgen den Beschäftigten per Mail in Trollhättan mitgeteilt, dass man keine Mittel zur Auszahlung der fälligen Löhne habe. Die Metallgewerkschaft kündigte sofortige schriftliche Zahlungsaufforderungen an Saab für ihre betroffenen 1.400 Mitglieder an. Nach deren Ablauf ohne Zahlung sei auch ein Insolvenzantrag durch die Gewerkschaft möglich, erklärte ein Sprecher im Rundfunk.

Der vorübergehend bei Saab als Insolvenzverwalter tätige Anwalt Peter Törngren sagte der Internet-Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“: „Das letzte, was ein Unternehmen nicht mehr zahlt, sind Steuern und Löhne.“ Törngren war vor dem Saab-Verkauf durch General Motors (GM) an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars 2010 als einer von zwei Insolvenzverwaltern in Trollhättan tätig.

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