Loks für den Personenverkehr
Vossloh will Diesellok-Werk in Spanien kaufen

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh steht vor dem Kauf eines spanischen Diesellok-Werks des französischen Alstom-Konzerns. Mit dem Zukauf will der Konzern ins Geschäft mit Loks für den Personenverkehr einsteigen. Vossloh will nach Angaben einer Sprecherin zudem seine Einkaufstour fortsetzen.

HB DÜSSELDORF. Über wesentliche Eckpunkte der Transaktion sei bereits Einigkeit erzielt worden, teilten Vossloh und Alstom am Freitag mit. Bis zu einem endgültigen Abschluss müssen aber noch kleinere Hürden überwunden werden: Die Bewertung des Werks (Due Dilligence) müsse abgeschlossen und die Zustimmung der zuständigen Gremien eingeholt werden. Gelinge dies, könne der Kaufvertrag in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Danach müssten auch die Kartellbehörden der Transaktion noch zustimmen. Alstom teilte in Paris mit, der Konzern gehe von einem Abschluss noch in diesem Jahr aus. Die Fabrik hat nach Angaben von Alstom 420 Mitarbeiter.

Die im MDax gelistete Vossloh-Aktie, die in den vergangenen Wochen auf Talfahrt gegangen war, notierte am Morgen leicht im Plus bei 33,30 €. Am Donnerstag hatte Finanzvorstand Werner Andree die Gewinnplanung für 2004 bekräftigt und damit Marktgerüchte dementiert, die Ziele würden zurückgenommen. Vossloh wolle 2004 weiter ein operatives Ergebnis (Ebit) von 106 Mill. € erreichen, hatte er gesagt.

Der im nordrhein-westfälischen Werdohl ansässige Vossloh-Konzern produziert nach Angaben einer Sprecherin derzeit nur Loks für den Güterverkehr. Mit den in Valencia gefertigten dieselelektrischen Loks könne der Konzern Fahrzeuge für den Personenverkehr in seine Produktpalette aufnehmen. Der Umsatz des Alstom-Werks habe im Geschäftsjahr 2003/04 bei rund 90 Mill. € gelegen. Zum Kaufpreis für das Werk wollte sich die Vossloh-Sprecherin nicht äußern.

Vossloh hatte bereits angekündigt, der Konzern stehe vor größeren Zukäufen. Vorstandschef Burkhard Schuchmann hatte Reuters erst Ende Juli gesagt, Gespräche seien bereits im Gange. Die Zukäufe, mit denen die angepeilte Verdoppelung des Umsatzes auf zwei Mrd. € erreicht werden soll, würden wohl im Laufe diesen und nächsten Jahres realisiert. Schuchmann kündigte an, 2006 werde sich der zugekaufte Umsatz voll auswirken. Die Sprecherin sagte dazu, auch nach der Übernahme in Spanien seien weitere kleinere bis mittlere Zukäufe geplant.

Der angeschlagene Alstom-Konzern hatte seinerseits angekündigt, sich im Zuge seiner geplanten Verschlankung unter anderem von dem Lokomotiv-Geschäft in Valencia und den Transportgeschäften in Australien und Neuseeland trennen zu wollen.

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