L’Oréal und Finanziers aus Dubai als potenzielle Käufer
Armani denkt an Verkauf seines Imperiums

Der italienische Modeschöpfer Giorgio Armani erwägt, das von ihm gegründete, gleichnamige Luxusgüterunternehmen zu verkaufen. Bei einem Kongress in Mailand sagte der 70-Jährige: „Ich muss an die Zeit nach mir denken und den Markt beruhigen. Dies kann in unterschiedlicher Weise geschehen, auch durch einen Verkauf an einen internationalen Großkonzern.“

mab MAILAND. Der Stylist schloss einen Börsengang mit der Begründung aus, kein Geld zu benötigen. Armani hat im letzten Jahr bei einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 134 Mill. Euro erwirtschaftet. Analysten taxieren den Wert des Konzerns, der neben Mode auch Möbel herstellt und Hotels betreibt, auf vier bis fünf Mrd. Euro. Die Marke Giorgio Armani zählt zu den Wertvollsten in der Welt der Mode.

Als möglicher Käufer wird in Branchenkreisen der französische Kosmetikhersteller L’Oréal, der bereits in Lizenz Armani-Produkte herstellt, genannt. L’Oréal besitzt eine Marktkapitalisierung von fast 38 Mrd. Euro und könnte sich den Zukauf ohne größere Verrenkungen leisten. Auch die arabische Investmentgesellschaft Emaar aus Dubai, mit der Armani derzeit gemeinsam 14 Luxushotels baut, könnte ein potenzieller Käufer sein.

Als wenig wahrscheinliche Option wird in Mailand hingegen eine Übernahme durch den weltgrößten Luxusgüterkonzern, LVMH, gehalten. Grund: Entsprechende Gespräche zwischen Armani und dem LVMH-Präsidenten Bernard Arnault hatten die beiden Ende der 90er Jahre schon einmal sang- und klanglos abgebrochen.

Zudem stellte Armani gestern Bedingungen, die für das sehr straff organisierte Konglomerat aus Paris wohl unannehmbar wären. Ein Verkauf müsste mit entsprechenden Garantien erfolgen, um meine Manager nicht zu verschrecken. Eine siegreiche Mannschaft sollte man nicht auswechseln,“ spielte Armani auf die jüngsten Vorkommnisse beim Konkurrenten Gucci an.

Gucci war 2003 vom französischen Einzelhandelsriesen PPR übernommen worden. In der Folge verließen Vorstandschef Domenico De Sole, Chefdesigner Tom Ford und diverse andere Führungspersonen das Unternehmen.

Seit langem schon beschäftigt die Nachfolgefrage bei Armani die Modewelt. Denn obwohl der Perfektionist noch topfit ist, kommt er in die Jahre. Er herrscht seit der Gründung im Jahre 1975 patriarchalisch in seinem Hause. Er besitzt 100 Prozent der Aktien, ist gleichzeitig Top-Manager und Chef-Stylist. Kinder hat der allein stehende Armani nicht. Anderen Familienmitgliedern will er die Verantwortung für sein Unternehmen nicht übertragen. „Ich kann ihnen nicht anraten, sich mit dieser enormen Last zu beschäftigen.“

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