Ludwigsburger Konzern droht die Zerschlagung
Beru offenbar vor Verkauf an US-Konkurrenten

Der auf Dieseltechnik spezialisierte schwäbische Autozulieferer Beru steht nach Angaben aus Branchenkreisen kurz vor dem mehrheitlichen Verkauf an den US-Konkurrenten BorgWarner.

HB STUTTGART. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Beru das nach dem Wochenende bekanntgibt“, hieß es am Donnerstagabend in den Kreisen. „Das ist ein ganz heißes Eisen.“ Das BorgWarner-Board dürfte sich noch am Freitag mit der Übernahmeofferte befassen.

Der Finanzinvestor Carlyle, der seit längerem den Ausstieg aus seiner 37-Prozent-Beteiligung an Beru sucht, und die Familie Birkel mit 23 Prozent der Anteile seien offenbar zum Verkauf für 60 Euro je Aktie oder knapp darunter bereit. BorgWarner müsste dann ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile abgeben.

Damit drohe dem Ludwigsburger Unternehmen die Zerschlagung, da die US-Amerikaner nur am Dieseltechnik-Geschäft interessiert seien, das rund die Hälfte des Beru-Konzernumsatzes ausmacht. Beru beschäftigte Ende März rund 2700 Mitarbeiter und hat sich in den vergangenen Jahren neben dem Zünd- und Glühkerzengeschäft neue Geschäftsfelder erschlossen, etwa Zuheizgeräte für Dieselautos oder Reifendruck-Kontrollsysteme.

Beru und Carlyle wollten sich auf Anfrage dazu nicht äußern: „Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung“, sagte ein Sprecher des Finanzinvestor in London. „Marktspekulationen kommentieren wir nicht“, hieß es bei Beru. Ein Aktionär hatte im September auf der Hauptversammlung des Konzerns angebliche Verkaufspläne öffentlich gemacht. Damals hieß es, BorgWarner habe bei Beru eine eingehende Unternehmensprüfung (Due Diligence) vorgenommen, aber zunächst abgewunken. Die französische Valeo-Gruppe sei noch im Rennen.

Der Autozulieferer BorgWarner, der unter anderem Turbolader herstellt, hatte erst im September großes Interesse am Zukäufen im rasch wachsenden Diesel-Geschäft bekräftigt. „Eine neuartige Technologie oder Akquisition, die diese Diesel-Wachstumsraten beschleunigt, wäre etwas, was wir in Betracht ziehen würden“, sagte BorgWarner-Chef Tim Manganello. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass der Dieselmotor in die USA komme, fügte er hinzu.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Beru-Aktie hatte nach ersten Berichten über einen Verkauf am Donnerstag 2,8 Prozent auf 60,65 Euro zugelegt. BorgWarner kletterten in New York um ein Prozent auf 47,37 Dollar.

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