„Lücken schließen“
Opels optimistischer Zehn-Jahres-Plan

Opel will an alte Erfolge anknüpfen. Vor allem bei Kleinwagen und SUVs sehen die Rüsselsheimer Potenzial. Von großen Limousinen hingegen verabschiedet sich der Autobauer. Stattdessen dreht er an der Kostenschraube.
  • 3

RüsselsheimMit neuen Modellen und niedrigeren Kosten will der Autobauer Opel wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Das sei Teil der neuen Unternehmensstrategie „Drive Opel 2022“, sagte Opel-Interims-Chef Thomas Sedran der Nachrichtenagentur dpa: „Um die ganz großen Erfolge zu feiern, werden wir weiter hart arbeiten müssen. Wir werden eine ganze Reihe von neuen Fahrzeugen in den Markt bringen, mit denen wir Lücken in unserem Portfolio schließen und in Wachstumssegmente vorstoßen.“

Zu den zuletzt vernachlässigten Segmenten gehören etwa die Bereiche Kleinwagen und Sport-Geländewagen (SUV). Opel will hier wieder Boden gut machen. „Mit Mokka und Adam bringen wir zwei Fahrzeuge in zwei sehr schnell wachsenden Segmenten, die auch in dieser Konjunkturlage noch wachsen“, sagte Sedran. Zudem sei unter dem Adam noch ein Kleinstwagen (Citycar) geplant. Und im März 2013 will Opel wieder ein Cabrio namens Cascada in den Verkauf bringen, sagte Sedran: „Es wird ein eigenständiges Modell sein, größer als der Astra und kleiner als der Insignia.“

Große Limousinen plant Opel hingegen nicht: „Das Segment oberhalb des Insignia schrumpft eher. Ein weiteres Angebot in einem schrumpfenden Segment auf den Markt zu bringen, macht im Moment wenig Sinn.“ Zugleich will Opel bei den Kosten den Rotstift ansetzen: Beim Personal, aber vor allem bei der Fahrzeugproduktion. „Da geht es um weit mehr als bei den Lohnkosten, hier werden wir die wesentlichen Effekte erzielen“, sagte Sedran.

Opel habe seine Fahrzeuge jahrelang mit teuren Anforderungen gebaut, die andere Hersteller nicht hätten - auch nicht im deutschen Oberklasse-Bereich. Zudem werde aktuell mit dem Betriebsrat über den Abbau von Bürokratie und die Verschlankung von Strukturen auch im Management diskutiert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Lücken schließen“: Opels optimistischer Zehn-Jahres-Plan"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Guzzi_Cali2: Da kann ich Ihnen nur zustimmen! Auch der Omega, vorallem der A, war ein super praktisches und ansehnliches Auto zugleich! Was Opel meiner Meinung nach noch fehlt wäre 1. wieder so ein Kombi, ähnlich dem Omega und 2. ein REINER Sportler wie der damalige Manta! Nur kann ich es auch verstehen wenn sie Angst vor dem eher schlecht geredeten "Fuchsschwanzimage" haben... Aber so werden durchaus mehr junge Leute angesprochen als mit Astra GTC oder OPC.
    Jedenfalls würde ich es Opel sehr wünschen aus ihrer Krise heraus zu kommen! Es kann einfach nicht sein dass ein 150 jähriger Deutscher Autobauer den Bach runter geht... Schließlich sind für Griechenland auch mehrere Milliarden Euro da, wieso dann nicht für Opel?? :(

  • Es liegt auf der Hand, dass GM Opel zerstören will, denn es tut alles dafür. Erst bläst GM den Verkauf von Opel ab, der schon so gut wie unter Dach und Fach war, dann wird das Management Karussell angeworfen, damit nur keine nachhaltige Strategie Erfolg haben kann. Gleichzeitig wird im Vorstand über einen Verlust geklagt und ein Sponsorenvertrag mit Manchester United für die Marke Chevrolet über 600 Mio. Dollar abgeschlossen. Zusätzlich werden erhebliche Gelder in neue Produkte der Marke Chevrolet mit Herkunft aus Asien gesteckt. Jedem Käufer von Chevrolet Autos in Europa muss klar sein, dass er damit Opel und Vauxhall Mitarbeiter entlässt.

  • 10-Jahres-Plan?!? Sind die sich sicher, daß es Opel so lange noch gibt? Was hat früher einen Opel ausgemacht? Simple, reparierbare, aber durchaus durchdachte Technik, gepaart mit einem zumindest ansehnlichen Design und einer PRAKTISCHEN Karosse. Nach diesem Muster waren die Kadetts, Rekords, Asconas, Mantas gestrickt. Der GT war ein glanzvoller Ausreißer, aber auch er mit einfacher Technik. Wenn man heute nicht einen der zweifellos praktischen Vans kauft, bekommt man enge, mit Technik vollgestopfte, aber eher hässliche Autos, die vor allem VW hinterherhecheln und nach dem Me-too-Prinzip gemacht sind. Alle natürlich enorm "dynamisch" und "kraftvoll". Es gibt in der Automobilgeschichte jede Menge Beispiele, daß praktische Autos nicht automatisch häßlich sein müssen und das wäre auch heute möglich. Man müßte nur den Mut haben, sich zu unterscheiden: Kein Grinsemonstergesicht, keine hohe Gürtellinie, daß gerade mal noch der Kopf drüberguckt... Aber meiner Ansicht nach sind die Anstrengungen von Opel Rückzugskämpfe, vergleichbar mit dem Euro: Jeder weiß, daß das Konstrukt falsch ist und trotzdem wird eisern daran festgehalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%