Luft- und Raumfahrtausstellung beendet
Milliarden-Abschlüsse bei der ILA

Zufriedene Gesichter nach Abschluss der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin-Schönefeld: Aussteller und Kunden hätten an den sechs Messetagen Verträge und Kaufankündigungen über mehr als fünf Milliarden Euro abgeschlossen, heißt es. Die Veranstalter sehen ihre Erwartungen übertroffen.

HB BERLIN. Sie zählten 250 000 Menschen und damit mehr Besucher, als sie zuvor angenommen hatten. Die Mehrheit der mehr als 1 100 Aussteller aus 37 Ländern hätten sich positiv zur Beteiligung geäußert, lautet das vorläufige Fazit der Messe Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Mitveranstalter sei mit dem Verlauf der Messe mehr als zufrieden. „Mit einem Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro bewegen wir uns auf Rekordniveau und haben alle geschäftlichen Ziele erreicht“, wird BDLI-Hauptgeschäftsführer Dietmar Schrick zitiert.

Auf der ILA wurden auch Differenzen zwischen Politik und Wirtschaft deutlich. Die zuständigen Minister der am Airbus-Programm beteiligten Länder wollen Produktion sowie Forschung und Entwicklung in Europa halten. Damit stehen sie im Gegensatz zum Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS, der aufgrund des schwachen Dollar erhebliche Produktionsanteile außerhalb Europas anstrebt.

Die deutsche Luftfahrtbranche blickt trotz hoher Kerosinpreise und des starken Euro mit Zuversicht nach vorn. In den kommenden Jahren werde von einer weiter hohen Nachfrage nach Flugzeugen ausgegangen, hieß es. Denn neben Passagierflugzeugen werde auf längere Sicht auch vermehrt Fluggerät für die stark wachsende Luftfracht benötigt. Airbus wolle in den kommenden 20 Jahren 24 000 Flugzeuge bauen. Allerdings gibt es auch erste negative Signale von Fluggesellschaften wegen der steigenden Energiepreise. So kündigte die amerikanische Lufthansa-Beteiligung JetBlue den Aufschub des Kaufs von 21 Airbus- Flugzeugen um vier Jahre an.

Das ILA-Konzept mit gesonderten Konferenzen zu den Themen Umwelt, Zulieferindustrie und Nachwuchsgewinnung sei hervorragend angekommen, heißt es im Abschlussbericht. Wichtiges Thema waren Innovationen für einen deutlichen Rückgang der klima- und umweltschädlichen Emissionen. Daneben gab es Treffen der großen Triebwerkshersteller mit den Branchenführern des Flugzeugbaus.

Auf der ILA wurden über 300 Fluggeräte am Boden und in der Luft gezeigt. ILA-Star war der Airbus A380, das größte Passagierflugzeug der Welt. Die A380 hatte bei der ersten öffentlichen Präsentation 2006 die Massen angelockt, und es gab mit 251 000 einen Rekordbesuch. In diesem Jahr war mit weniger Besucher gerechnet worden. Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg profitierte von der Luftfahrtschau, berichtet die Messe. Nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle habe es durch die ILA einen Kaufkraftzufluss von 160 Million Euro gegeben. Die nächste ILA soll vom 8. bis 13. Juni 2010 in Berlin-Schönefeld stattfinden.

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