Luft-und Raumfahrtkonzern
Finanzclub für EADS-Paket steht

Die Mehrheit des Daimler-Chrysler-Pakets am europäischen Luft-und Raumfahrtkonzern EADS geht an private Investoren. „Es steht fest, dass Privatbanken einen größeren Teil an Anteilen halten werden als öffentlich-rechtliche Geldgeber“, sagte ein Regierungsbeamter dem Handelsblatt exklusiv.

Nach Angaben aus Frankfurter Bankenkreisen sollen die privaten Institute 50,1 Prozent und die öffentlich-rechtlichen Investoren 49,9 Prozent an dem Aktienpaket halten.

Gleichzeitig dementierte die Bundesregierung Berichte, wonach das Kanzleramt auf der Suche nach weiteren Investoren für das 7,5-Prozent-Paket von Daimler an EADS sei und gezielt potenzielle Geldgeber angeschrieben habe. „Schon vor Wochen hatten genügend Investoren Interesse an dem Aktienpaket angemeldet“, heißt es in Regierungskreisen weiter. Der Kreis der Investoren soll nach Informationen des Handelsblatts zehn bis zwölf Geldgeber umfassen, darunter die Deutsche Bank, Morgan Stanley, die Commerzbank und Goldman Sachs sowie die KfW-Bankengruppe und die Landesbank Baden-Württemberg von der öffentlichen Seite. Endgültig will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die zeitlich befristete Übernahme der Daimler-Anteile im Januar verkünden.

Auslöser für die Suche der Bundesregierung nach neuen Investoren bei EADS ist die Absicht von Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche, seine EADS-Beteiligung von derzeit 22,5 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren. Um das Machtverhältnis zwischen Deutschland und Frankreich in dem europäischen Konzern konstant zu halten, hatte sich die Bundesregierung für einen indirekten Einstieg von Finanzinvestoren eingesetzt. Zudem fürchtete die Regierung, dass Deutschland überproportional vom EADS-Sparprogramm „Power8“ getroffen werden könnte.

Direktes Mitspracherecht bei EADS sollen die neuen Investoren entsprechend der Satzung des europäischen Rüstungskonzerns nicht bekommen. Stattdessen gründet Daimler-Chrysler zusammen mit den beteiligten Investoren eine Gesellschaft, in die EADS-Anteile eingebracht werden, heißt es in Teilnehmerkreisen. Demnach erwerben die privaten und öffentlichen Geldgeber das 7,5-Prozent-Paket des Autokonzerns über eine Derivate-Konstruktion. Die Laufzeit soll etwa vier Jahre betragen. Vorteil dieser Lösung ist, dass die Aktien nach Ablauf dieser Zeit wieder an Daimler zurückgehen können, wobei die Investoren von einer positiven Kursentwicklung und überdurchschnittlichen Renditen profitieren. Intern rechnen die Banken mit einer Verzinsung von deutlich über vier Prozent.

Ursprünglich wollte die Regierung ihre Lösung für die Daimler-Aktien noch in diesem Jahr präsentieren. Doch die umfangreiche juristische Prüfung erfordert eine Verschiebung auf Januar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%