Luft- und Raumfahrtkonzern
„Goldene Aktie“ bei EADS bleibt im Gespräch

Die EADS und ihre Großaktionäre suchen weiter nach Wegen, wie sie den europäischen Flugzeug- und Rüstungskonzern vor dem unliebsamen Einfluss ausländischer Anleger schützen können.

HB MÜNCHEN. "Verschiedene Modelle werden diskutiert, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte eine Sprecherin des deutschen Autobauers Daimler, der mit 15 Prozent an EADS beteiligt ist, am Dienstag.

Die "Financial Times" hatte EADS -Verwaltungsratschef Rüdiger Grube am Montag zitiert, die Großaktionäre hätten ihre Meinung zu einer "Goldenen Aktie" für die Regierungen von Deutschland und Frankreich geändert und favorisierten nun stattdessen ein Vetorecht gegen Beteiligungen von mehr als 15 Prozent. Die Sprecherin sagte, der Daimler -Strategievorstand sei einseitig zitiert worden. "Die Hauptaktionäre sollten entscheiden, (wer eine strategische Beteiligung übernehmen kann) und nicht jemand, der heute kein Aktionär ist", sagte er dem "FT"-Bericht zufolge. Deutschland ist anders als Frankreich nicht direkt an EADS beteiligt.

Grube betonte, eine Entscheidung müsse bei der EU-Kommission und den Finanzmärkten auf Akzeptanz stoßen. Die Kommission sieht "Goldene Aktien" mit Sonderstimmrechten sehr kritisch.

Deutschland und Frankreich wollen ihre Sicherheitsinteressen bei dem Hersteller von Raketen, Kampfjets und Verkehrsflugzeugen wahren. Der Staatsfonds von Dubai hatte kürzlich drei Prozent an der EADS erworben. Fünf Prozent liegen bei einer russischen Staatsbank. Das könnte auch in den USA für Stirnrunzeln sorgen, wo EADS kürzlich einen Milliardenauftrag vom Militär erhalten hatte. Die Bundesregierung wollte sich am Dienstag nicht äußern.

Die Satzungsänderung werde möglicherweise noch nicht auf der Hauptversammlung im Mai zur Abstimmung stehen, deutete Grube der Zeitung zufolge an. Eine Entscheidung sei nicht dringlich, weil sich an der Eignerstruktur voraussichtlich nichts ändern werde. Der mit 7,5 Prozent an EADS beteiligte Medienkonzern Lagardere hatte Berichten zufolge einen Ausstieg erwogen. Daimler hat 7,5 Prozent bei Banken geparkt, übt aber die Stimmrechte für 22,5 Prozent weiter selbst aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%