Luft- und Raumfahrtkonzern in Turbulenzen
A380-Verzögerung kostet EADS Milliarden

Der in Turbulenzen geratene Luft- und Raumfahrtkonzern EADS verschiebt den Auslieferungsplan für den A380 um ein weiteres Jahr nach hinten und muss dafür Milliardeneinbußen hinnehmen. Die Produktion bleibt aber wie bisher auf Hamburg und Toulouse verteilt – zumindest vorläufig.

HB MÜNCHEN. Das erste Serienflugzeug solle erst im Oktober 2007 statt noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, teilte der mehrheitlich zur EADS gehörende Flugzeughersteller Airbus am Dienstag nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Die weiteren Maschinen werden ab 2008 ausgeliefert. Im Schnitt verzögert sich die Auslieferung des Prestigeobjekts, dessen komplizierte Verkabelung Airbus noch nicht in den Griff bekommen hat, an die Fluggesellschaften um insgesamt zwei Jahre.

Mehrere Kunden reagierten auf die erneute Verspätung ungehalten und forderten Schadenersatz. EADS erwägt, die für die Probleme verantwortlichen Manager zur Rechenschaft zu ziehen. Die Airbus-Produktion wird tief greifend umgebaut.

Die EADS kündigte an, durch die verzögerte Auslieferung werde der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 2006 bis 2010 insgesamt 4,8 Mrd. Euro geringer ausfallen als erwartet. Die Prognose für 2006, die ein Ebit von etwa 3,2 Mrd. Euro vorsah, zog EADS zurück, ohne eine neue Erwartung zu äußern. Auch EADS-Großaktionär Daimler-Chrysler (22,5 Prozent) muss daher seine Gewinnprognosen für 2006 erneut überprüfen.

Der Autobauer hatte wegen hoher Verluste bei Chrysler erst Mitte September seine Prognose für das operative Ergebnis auf fünf Mrd. von mehr als sechs Mrd. Euro reduziert. Die Schwierigkeiten von EADS mit der Produktion des Airbus A380 waren dabei aber noch nicht berücksichtigt worden.

Massives Sparprogramm

Über ein Sparprogramm will der EADS-Konzern die Kosten um zwei Mrd. Euro senken. EADS hatte schon im Sommer wegen Problemen mit der Verkabelung eine erste Verspätung des A380 angekündigt, die den Gewinn bis 2010 aber nur um zwei Mrd. Euro schmälern sollte. Der neu eingesetzte Airbus-Chef Christian Streiff stellte das Projekt grundlegend auf den Prüfstand. Nun liegt das Ergebnis vor: 2007 wird nur eine statt bis zu 25 Maschinen ausgeliefert, 2008 13 statt 35, in den Folgejahren 25 und 45.

„Erst ab 2010 werden wir eine Produktion von vier A380 pro Monat erreichen“, sagte Streif. Dann sollen 45 Maschinen ausgeliefert werden, darunter die ersten Frachter. 2010 soll der größte Passagierjet aller Zeiten für 555 Passagiere in der Grundversion auch erstmals einen positiven Beitrag zum Gewinn vor Steuern liefern.

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