Luftfahrt
Airbus verschiebt zwei A350-Versionen

Airbus schockt die Kunden seines Langstreckenflugzeugs A 350. Zwei von drei Versionen des Hoffnungsträgers kommen rund zwei Jahre später als ursprünglich geplant.
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ParisAirbus muss den Zeitplan für sein Langstreckenflugzeug A350 strecken. Die  A350-800 mit 270 Sitzplätzen kommt statt 2014 jetzt 2016, kündigte Airbus Vize Fabrice Bregier in Paris an. Die größte Version  (A350-1000) des Flugzeugs  mit 350 Sitzplätzen soll erst 2017 ausgeliefert werden, statt 2015.

Die Basisversion A350-900 mit 314 Sitzplätzen soll aber wie geplant Ende 2013 ausgeliefert werden, bekräftigte Bregier. Erstkunde ist Qatar Airways.

Die A350 ist für Airbus das zur Zeit die wichtigste Neuentwicklung. Die Maschine soll sowohl gegen die erfolgreiche Boeing 777 als auch gegen den neuen Dreamliner antreten, der noch Ende diesen Jahres ausgeliefert werden soll. Das Langstreckensegment ist vom Auftragswert das umsatzstärkste in der Flugzeugindustrie. Airbus steckt in die Entwicklung der A350-Familie mehr als 10 Milliarden Euro.

Bregier begründet die Verschiebungen der beiden Versionen unterschiedlich. „Viele Kunden der kleineren Version verlangen nun eine größere Maschine. Das gibt es uns mehr Zeit für die A350-800.“

Bei der größeren Version A350-1000 muss Airbus gegenüber der  777ER von Boeing nachlegen: Die nachgebesserte A350-1000 soll  weiter fliegen und mehr Fracht transportieren können als der US-Konkurrent. Dazu muss Rolls-Royce sein Trent-Triebwerk noch einmal aufrüsten, das kostet Zeit . 

Bregier räumte ein, dass durch die Verspätung der beiden Versionen der Konzern seine Ingenieurskapazitäten auf das Basis-Modell A350 konzentrieren kann. „Wir haben immer gesagt, dass unser Zeitplan ambitioniert ist und unsere Kapazitäten zum Teil sehr angespannt sind“, sagte der Airbus-Manager.

Airbus will auf jeden Fall eine Lieferverzögerung der Basisversion vermeiden, um ein Desaster wie bei dem Superairbus A380 nicht zu wiederholen. Die Verschiebung des Doppeldeckers kostete das Unternehmen bis heute mehr als fünf Milliarden Euro.

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  • Airbus produziert alle drei A350-Modelle in demselben Produktionssystem und kann daher Produktionsslots für bereits zugeordnete 800er mit vorgezogenen oder jetzt noch neu zu verkaufenden 900ern auffüllen. Und die Aufwertung der 1000 erhöht den Wettbewerbsdruck auf Boeing erheblich, denn für die Firma aus Seattle war in den letzten Jahren nach dem defakto-Ausfall des Jumbos die 777-300ER die Cash-Kuh schlechthin. Mit der gerade neu vorgestellten A320neo-Familie bedroht Airbus die 737, speziell mit dem A321neo gewinnt es das 757-Ablösegeschäft bei den US-Fluglinien, und mit der Aufwertung der A350 im obersten Kapazitätsbereich wird die A350 zur vollwertigen Ablöseoption für die "Triple-7". Die strategischen Probleme für Boeing, das in mehreren Produktsegmenten zunehmend ins Hintertreffen gerät, nehmen zu.

    Deshalb ist die Verzögerung bei Airbus keineswegs so negativ, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Die Waage beginnt sich zu neigen. Die Ordereingänge bis Ende 2011 werden es zeigen.

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