Luftfahrt
Dreamliner: British Airways hält Boeing hin

Neuer Rückschlag für Boeing: British Airways plant ihre millionenschwere Anzahlungen beim US-Flugzeugbauer für das neue, massiv verspätete Modell 787 Dreamliner aufzuschieben. Die angeschlagene britische Fluglinie will sich dadurch etwas Luft verschaffen.

rüd/HB/NEW YORK/LONDON. Die Fluggesellschaft British Airways (BA) will beim US-Flugzeugbauer Boeing ihre Anzahlungen für das neue massiv verspätete Modell 787 Dreamliner aufschieben. Wie zuvor beim europäischen Rivalen Airbus sollen die hohen Millionensummen später fließen und so die Fluggesellschaft in der Krise entlastet werden.

BA führe nach einer Einigung mit Airbus auch mit Boeing entsprechende Diskussionen, sagte BA-Chef Willie Walsh dem „Wall Street Journal“. Die Fluggesellschaft hat insgesamt 24 Langstreckenflugzeuge vom Typ Dreamliner zu einem Katalogpreis von etwa 180 Mio. Dollar (127 Mio. Euro) je Maschine bestellt. Bei Großaufträgen gibt es aber Rabatte. Die Vorauszahlungen können der Zeitung zufolge bis zu 30 Prozent des Gesamtpreises ausmachen.

Ein Zahlungsaufschub, so der Bericht weiter, würde Boeing vor Probleme stellen. Hersteller müssten sich auf die Summen verlassen können, denn sie finanzieren damit die laufende Produktion. Ein Boeing-Sprecher wollte gegenüber dem „Journal“ die Verhandlungen nicht kommentieren.

Vor kurzem habe sich BA bereits mit Airbus auf einen neuen Lieferzeitplan für zwölf Super-Jumbos vom Typ A 380 verständigt und die Anzahlungen entsprechend verändert. Dabei sei es laut Banken um angepasste Vorauszahlungen von rund 600 Mio. Dollar gegangen, berichtete die Zeitung.

Boeings Prestigeprojekt Dreamliner liegt nach mehreren Pannen mehr als zwei Jahre hinter dem Zeitplan, noch gibt es nicht einmal einen neuen Termin für den Erstflug. Auch Airbus kämpft bei dem schon im Einsatz befindlichen A 380 weiter mit Problemen. Die Fluggesellschaften haben zugleich wegen der Branchenkrise große Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Unterdessen rechnet die Fluggesellschaft Qatar Airways Ende 2011 mit der Lieferung der vier erstenDreamliner. Bis 2015 sollten dann alle 30 bestellten Maschinen eingetroffen sein, sagte Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker am Mittwoch bei einer Medienveranstaltung in New York. Diesen Zeitplan habe er vom Boeing-Manager Scott Carson im Juni kurz nach der Luftfahrtmesse in Paris erhalten.

Qatar Airways rechne zudem damit, Ende 2013 die ersten A350 von Boeings europäischem Erzrivalen Airbus zu erhalten. Die Fluggesellschaft habe insgesamt 80 dieser Maschinen bestellt. Von 2009 bis 2012 sollten zudem 24 A320 geliefert werden.

Bei der Luftfahrtmesse in Paris hatte Al Baker mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, ernsthaft eine Stornierung der Aufträge für die seit langem verspäteten Dreamliner zu erwägen. Jetzt habe er aber Vertrauen, dass Boeing die Verzögerungen bis zum verabredeten Liefertermin aufgeholt habe, sagte Al Baker am Mittwoch weiter. Ein Boeing-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, bei Airbus war dafür zunächst niemand zu erreichen.

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