Luftfahrt
EADS-Tochter Eurocopter profitiert vom boomenden US-Markt

Eurocopter lässt sich von Finanzkrise und hohem Ölpreis nicht bremsen: In diesem Jahr will das Unternehmen den Umsatz um bis zu 12 Prozent erhöhen. Wichtigste Abnehmer für Helikopter sind das Militär, Sicherheitsdienste und Ölfirmen.

BERLIN. Der Weltmarktführer für Helikopter bleibt trotz der drohenden Rezession in den USA zuversichtlich. "Wir haben bisher keine Abbestellungen wegen geplatzter Finanzierungen", sagt Eurocopter-Chef Lutz Bertling im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch der steigende Ölpreis und der schwache Dollar würden Eurocopter in diesem Jahr nicht großartig bremsen. Bertling zeigt sich zuversichtlich, das selbst gesteckte Jahresziel zu erreichen: Eurocopter will in diesem Jahr 15 Prozent mehr Maschinen ausliefern, der Umsatz soll elf bis zwölf Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr hat die EADS-Tochter 488 Maschinen ausgeliefert und mit 4,7 Mrd. Euro gut ein Zehntel zum Umsatz der Mutter beigesteuert.

Dabei sind die USA Eurocopters wichtigster Einzelmarkt. Rund ein Drittel des Umsatzes kommen von dort, wo das Hubschraubergeschäft seit Jahren brummt. Der Hersteller profitiert von der steigenden Nachfrage von Militärs, Sicherheitsdiensten, Ölfirmen und nicht zuletzt reichen Privatleuten. Mit einem Auftragsplus von 35 Prozent im vergangenen Jahr stehen jetzt Bestellungen für 13,45 Mrd. Euro in den Büchern. Bertling will den Schwung nutzen und den Umsatz bis 2010 auf fünf Mrd. Euro hochschrauben, 2020 sollen zehn Mrd. erlöst werden. Die derzeitige Marktdominanz will das deutsch-französische Gemeinschaftunternehmen verteidigen: 2007 lieferte Eurocopter rund die Hälfte aller 678 weltweit ausgelieferten turbinengetriebenen Zivilhubschrauber, der US-Konkurrent Bell folgte mit 20 Prozent, die britisch-italienische Agusta-Westland hält 15 Prozent im Markt. Einzig im Militärgeschäft auf dem US-Markt haben die amerikanischen Konkurrenten Bell und Sikorsky noch die Nase vorn.

Bei Eurocopter geht die Hälfte der Produktion an militärische Abnehmer, jüngste Modelle sind der Kampfhubschrauber Tiger und der Transporthubschrauber NH-90. Auch wenn es mit dem NH-90 erhebliche Verzögerungen gab, sorgen die Militärhubschrauber jetzt für eine solide Grundauslastung.

Im Zivilgeschäft bekommen die Hersteller derzeit vor allem von den Ölfirmen Rückenwind. Die haben die Kassen voll, müssen aber in immer entlegenen Gebieten bohren. Dennoch erwartet Bertling, dass sich auch ab 2010 der Zivilmarkt beruhigt, allerdings auf hohem Niveau.

Eurocopter will die guten Zeiten nutzen, um die eigene Profitabilität deutlich zu erhöhen. "Wir wollen acht bis 12 Prozent erreichen", sagt Bertling. Derzeit liegt die Umsatzrendite bei 4,3 Prozent.

Ähnlich wie der großen Konzernschwester Airbus ist auch Eurocopter der Euroraum zu teuer. "Jedes Jahr verlagern wir Produktion in Höhe von 50-100 Mill. Euro in den Dollarraum", sagt Bertling. So werden die beiden US-Werke in Texas und Mississippi kontinuierlich ausgebaut. Derzeit prüft der Konzern, die Produktion des neu entwickelten Modells EC 175 ganz in die USA zu verlegen.

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