Luftfahrt
Kreise: EADS hält an deutschen Airbus-Werken fest

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hält laut Branchenkreisen noch länger an seinen deutschen Airbus-Werken Varel, Nordenham und Augsburg fest als bislang angekündigt.

HB HAMBURG. Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hält laut Branchenkreisen noch länger an seinen deutschen Airbus-Werken Varel, Nordenham und Augsburg fest als bislang angekündigt. Eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat sehe vor, dass sich das Unternehmen bis Ende 2011 nur von einem Minderheitsanteil trennen dürfe, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag aus den Kreisen. Der Aufsichtsrat soll der Vereinbarung noch am Nachmittag zustimmen. Die neue Gesellschaft Premium Aerotec, in der die drei Werke Anfang 2009 gebündelt werden sollen, soll den Informationen zufolge aber mittelfristig weiterhin komplett verkauft werden.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. EADS-Papiere gewannen am frühen Nachmittag 5,47 Prozent auf 11,21 Euro zu und lagen damit am vorderen Drittel des MDax .

Auch beim Kündigungsschutz kam der Konzern den Informationen zufolge den Arbeitnehmern entgegen. Auf Kündigungen für die 6 000 betroffenen Mitarbeiter soll bis Ende 2013 verzichtet werden. Um die Werke auszulasten, darf Premium Aerotec offensichtlich große Teile der Rumpfstruktur für den neuen Airbus A350 liefern und soll zudem mit Investitionen bei der Umstellung auf Verbundstofftechnik unterstützt werden. Die Arbeitnehmer sollen allerdings ebenfalls ihren Anteil dazu beitragen, dass die Werke profitabel arbeiten: Durch eine erhöhte Produktivität sollen sie 22,5 Mill. Euro einsparen.

Airbus wollte die drei Werke ursprünglich schon Anfang des Jahres im Zuge seines Sanierungsprogramms "Power8" verkaufen. Eine Übernahme durch die deutsche OHB-Gruppe scheiterte im Frühjahr jedoch an Finanzierungsfragen. Das Werk in Laupheim wurde an die Rüstungskonzerne Diehl und Thales verkauft. Auch Werke in Frankreich und Großbritannien stehen zur Disposition. Die Ausgliederung der Produktionsstätten Varel, Nordenham und Augsburg in eine eigene Gesellschaft soll nun einen späteren Verkauf im Paket erleichtern.

Der Konzernumbau war eingeleitet worden, nachdem Airbus durch Verzögerungen beim Riesenflieger A380 unter Druck gekommen war. Das Programm "Power8" soll bis zum Jahr 2010 zu jährlichen Einsparungen von 2,1 Mrd. Euro führen. 10 000 Arbeitsplätze sollen dabei wegfallen. Inzwischen wurde das Folgeprogramm "Power8 plus" aufgelegt, das den operativen Gewinn (Ebit vor Sonderposten) konzernweit von 2011 bis 2012 jährlich um eine Milliarde Euro steigern soll. Derzeit arbeitet der Konzern an einem Plan namens "Future EADS". Dieser soll von 2011 bis 2012 zu weiteren Einsparungen von mindestens 200 Mill. Euro führen.

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