Luftfahrtbranche Auftragsboom für Airbus und Boeing

Die beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing erhalten einen neuen Auftrag nach dem anderen. Und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Für die beiden Flugzeugbauer ist die Krise vorbei.
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Airbus' Luftkampf gegen Amerikaner und Chinesen
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Was für Volkswagen der Golf ist, ist für Airbus und den Mutterkonzern EADS die A320-Familie: ein solider, zuverlässiger Erfolgsbringer. Die Entwicklung des Jets begann in der 80er Jahren. Nach dem Erfolg der Lang- und Mittelstreckenjets A300 und A310 suchten die Europäer ein Modell, das der Beoing 727 und 737 Konkurrenz machen sollte. Der Erstflug einer A320 folgte schließlich am 22. Februar 1987. Foto: ap

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In den folgenden Jahren entwickelte Airbus die kürzeren Versionen A318 (im Bild mit der A380) und A319 sowie die gestreckte A321. Foto: ap

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Das A320-Programm revolutionierte auch die Flugzeugsteuerung: An die Stelle des Steuerhorns trat ein Sidestick, die Piloten steuerten die Maschine mittels Fly-by-Wire, das heißt, mehrere Computer gaben fortan die Befehle an die Ruder weiter, es bestand kein direkter Kontakt per Drahtseil mehr, außer bei der Trimmung. Gleichzeitig sorgten die Computer dafür, dass das Flugzeug nicht mehr in gefährliche Fluglagen hineinmanövriert werden konnte. Viele Piloten kritisierten eine Bevormundung durch die Technologie. Dennoch setzte sich Fly-by-Wire bei allen folgenden Airbus-Modellen durch, etwa bei der A380 (im Bild). Foto: Reuters

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2006 wurde bekannt, dass Airbus an einem Nachfolgermodell für die A320-Familie tüftelt, intern "A0X" genannt. Doch daraus wird zunächst nichts - nach Handelsblatt-Informationen wird die Entwicklung aufgeschoben. Unternehmenskreisen zufolge wurden die Budgets für die Jahre 2011 und 2012 um bis zu 90 Prozent gekürzt. EADS ist durch die Pannenserie beim Militärtransporter A400M, Verzögerungen bei der A380 und die Luftfahrtkrise im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Foto: A319 der Germanwings in Köln (ap)

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Außerdem sind die Ingenieure derzeit voll und ganz mit der Entwicklung des neuen Langstreckenjets A350, dem Pannenflieger A400M (Bild) sowie mit dem Super-Airbus A380 ausgelastet. Foto: dpa

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Deshalb muss Airbus beim wichtigsten Umsatzbringer A320 dranbleiben - er trug immerhin mit rund vier Mrd. Euro zum Konzernergebnis 2009 bei (A330: 1,2 Mrd.). Und so arbeitet der Hersteller mit Hochdruck an der Renovierung der A320. Noch in diesem Sommer will Airbus entscheiden, ob der Verkaufsschlager neue Triebwerke erhält. Konzernkreisen zufolge rechnet der Konzern mit Investitionen von mindestens einer Mrd. Euro für die fälligen Modifikationen. Foto: Lufthansa-A321 mit historischer Bemalung (dpa)

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Und die Bedeutung des Bestsellers steigt weiter: Airbus will die Produktion der A320-Familie von 34 auf 36 Maschinen pro Monat erhöhen - bei stagnierender Gesamtproduktion. Ziel der Modifikationen ist es, die A320-Familie bis 2025 wettbewerbsfähig zu halten. Denn die Konkurrenz auf dem Markt für Kurz- und Mittelstreckenmaschinen wächst. Foto: dpa

Paris/Chicago/Toulouse/MumbaiFlugzeuge entwickeln sich zu Verkaufschlagern. Bei den beiden großen Herstellern Airbus und Boeing trudeln massenhaft neue Aufträge ein. Airbus winken von der indischen Fluggesellschaft GoAir und dem Billigflieger Cebu Pacific aus Manila insgesamt Aufträge nach Listenpreis von mehr als zehn Milliarden Dollar. Die lähmende Wirtschaftskrise scheint endgültig vorüber. „Der Weltmarkt hat sich gut erholt“, sagte Boeing-Verkaufschef Randy Tinseth am Donnerstag in Paris, wo in wenigen Tagen die weltgrößte Luftfahrtmesse (20. bis 26. Juni) beginnt. Nun weite sich der Markt deutlich aus.

Boeing rechnet damit, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten 33.500 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt werden im Wert von etwa vier Billionen Dollar (2,8 Billionen Euro). Vor einem Jahr, beim letzten Marktausblick noch unter dem Eindruck der Krise, hatten die Amerikaner einen Bedarf von 30.900 Fliegern prognostiziert. Die Wirtschaft wachse und der Handel weite sich weltweit aus, begründete Tinseth seinen Optimismus. „Das alles weist auf eine langfristig gesunde Nachfrage hin.“

Boeing geht davon aus, dass die Zahl der größeren Langstreckenjets verhältnismäßig am stärksten zunimmt. Die Maschinen vom Typ einer Boeing 777 oder Airbus A330 verbinden die Kontinente untereinander. Auch der neue, von allerlei Pannen begleitete Hoffnungsträger 787 „Dreamliner“ von Boeing fällt in diese Kategorie.

Die meisten Flugzeuge fallen allerdings eine Nummer kleiner aus und werden auf kurzen bis mittleren Strecken eingesetzt. Daran werde sich in den kommenden zwanzig Jahren nichts ändern, prognostizierte Boeing. Die Flugzeuge vom Schlage einer Boeing 737 oder eines Airbus A320 haben je nach Ausführung etwa 100 bis 200 Sitzplätze, sind günstig im Unterhalt und in der Anschaffung und deshalb bei den Fluggesellschaften beliebt. Erst am Mittwoch hatte Boeing angekündigt, die Produktion seines Erfolgsmodells 737 in den kommenden drei Jahren kräftig aufzustocken.

Vor der Luftfahrtmesse kommen viele Aufträge
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