Luftfahrtbranche
EADS überprüft A380-Produktion

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS kämpft an mehreren Fronten: Ein schwacher Dollar, Probleme beim Militärtransporter A400M und nun auch Sorge um Bestellungen beim Riesenflieger A380. Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt der Konzern nicht - mit Hinweis auf anhaltende Unsicherheiten.
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MÜNCHEN. Die Krise in der Luftfahrt erreicht nun auch den weltgrößten Flugzeugproduzenten Airbus. Immer mehr Airlines verschieben die Abnahme ihrer fest bestellten Maschinen, der schwache Dollar frisst die Renditen. Die ungelösten Probleme um die Großprojekte A400M und A380 bleiben eine schwere Belastung für den Airbus-Mutterkonzern EADS. Trotz Rekordauslieferungen rutscht EADS im dritten Quartal mit 87 Mio. Euro in die roten Zahlen. Eine Gewinnprognose für 2009 gibt der Konzern nicht. Für 2010 rechnen Experten mit Produktionskürzungen.

Kurzfristig bleibt das größte Risiko der Militärtransporter A400M. Obwohl das Flugzeug voraussichtlich Anfang Dezember seinen Jungfernflug absolvieren wird, hängt das Projekt wirtschaftlich am seidenen Faden. Airbus musste in diesem Frühjahr eingestehen, das Flugzeug wegen technischer Probleme nicht vor Ende 2012 ausliefern zu können, drei Jahre später als versprochen. Seitdem ringt ein halbes Dutzend europäischer Regierungen mit Airbus um Kosten und Lieferpläne des 20 Milliarden Euro teuren Projekts.

Anders als bei früheren Militärprojekten hat sich EADS 2003 auf Festpreise bei der A400M eingelassen. Vor allem Deutschland besteht auf Vertragserfüllung. Platzt das Geschäft, muss Airbus rund sechs Milliarden Euro an Anzahlungen zurückerstatten. „Das volle Ausmaß der finanziellen Konsequenzen der Verzögerungen wird jedoch erst nach Abschluss der Verhandlungen feststehen“, teilte EADS mit. Bis Jahresende wollen sich Regierungen und EADS einigen.

Auch in der zivilen Flugzeugproduktion knirscht es. Zwar will Airbus in diesem Jahr 490 Flugzeuge ausliefern und damit das Rekordjahr 2008 toppen. Doch der schwache Dollar-Kurs macht die Produktion immer unrentabler, EADS beziffert die Gesamtbelastungen der Dollar-Schwäche für alle Konzernbereiche im laufenden Jahr auf 1,7 Mrd. Euro. Zudem erbitten immer mehr Airlines Aufschub für fest bestellte Maschinen. Zum Teil sind die Kunden nach den monatelangen Passagierrückgängen klamm, zum Teil fehlen die Finanzierungen am Markt.

Für die kommenden Monate gibt Airbus Entwarnung. „Die Zahl der Kunden, bei denen wir kurzfristig Probleme erwarten, sind überschaubar. Wir reden über eine Handvoll Flugzeuge“, sagt Nigel Taylor, stellvertretender Verkaufschef von Airbus dem Handelsblatt. „Wenn nötig, verschieben wir Auslieferungen von finanziell weniger starken Airlines und ziehen finanziell gesündere vor“, sagt Taylor.

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