Luftfahrtindustrie
Hoffnung für Militärairbus

Die A400M lässt auf sich warten: Der Militärtransporter hinkt mindestens drei Jahre hinter den Planungen zurück. Doch nun kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen Hersteller Airbus und den Kunden. Falls diese Staaten die Bestellung stornieren, müsste der Flugzeug-Hersteller rund fünf Milliarden Euro Anzahlung zurückerstatten.

TOULOUSE. In die Verhandlungen zwischen den Staaten der Airbus-Kunden und dem Flugzeugbauer Airbus über den Militärtransporter A400M kommt Bewegung: "Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit den Kunden eine Lösung finden werden, das Programm fortzusetzen", sagte Airbus-Chef Thomas Enders im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ende Juni läuft die Frist ab, in der Airbus und die Staaten der Kunden wie Deutschland und Frankreich eine Einigung in dem Streit gefunden haben wollen.

Die A400M hinkt mindestens drei Jahre den Planungen hinterher. Ursprünglich sollte Frankreich die ersten Maschinen des neuen Transportflugzeugs Ende des Jahres bekommen. Doch vor allem die Triebwerke bereiten Probleme.

Wegen der Verspätung haben die Kunden das Recht, ihre Aufträge zu stornieren. Dann müsste Airbus die Anzahlungen von rund fünf Mrd. Euro zurückerstatten. Im Frühjahr wurde ein Moratorium vereinbart, das Ende Juni ausläuft.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte in der vergangenen Woche gefordert, endlich einen neuen Zeitplan zu bekommen und damit die Forderungen der übrigen Kundenstaaten bekräftigt. Airbus-Chef Enders nennt nun Eckdaten: "Derzeit gehen wir davon aus, dass ein Erstflug noch vor Jahresende möglich sein sollte." Dies hänge aber nach wie vor davon ab, ob das europäische Motor-Konsortium EPI (Rolls-Royce, Snecma, MTU, ITP) einsatzfähige Triebwerke liefere. Geplant ist ein Termin im November.

"Dann beginnen wir drei Jahre nach dem Erstflug mit der Auslieferung, sprich Ende 2012, Anfang 2013", so Enders weiter. Voraussetzung dafür sei aber eine Einigung mit den Kundenstaaten. Sie müssten zustimmen, dass die ersten Maschinen technisch weniger können als anfangs geplant. Airbus wolle die A400M bauen, "aber nicht um jeden Preis. Das Programm kann unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht erfolgreich durchgeführt werden", begründet Enders.

Beide Seiten hätten Fehler gemacht: Airbus habe den Zeitplan und den Budgetrahmen "falsch eingeschätzt." Und die Politik habe Airbus die Wahl eines europäischen Motors aufgenötigt. Und ebender Turboprop-Antrieb ist eines der Hauptsorgenkinder. "Wir hätten eine andere Lösung bevorzugt", so Enders. Airbus wollte ursprünglich einen Motor des US-Anbieters Pratt & Whitney einbauen.

Optimistisch zeigt sich der Airbus-Chef in Bezug auf das laufende Geschäft: Zwar rechnet er für die Pariser Airshow Mitte Juni "nicht mit großen Aufträgen". Es sei ein "Traumergebnis", wenn es Airbus schaffen würde, in diesem Jahr wie geplant 300 neue Orders zu bekommen.

Für Beobachter ist wichtiger, ob Airbus trotz Krise wie geplant rund 480 Maschinen ausliefern wird; das wären so viele wie im Rekordjahr 2008. Mit den Auslieferungen fließen die Erlöse. "Ich bin überzeugt, dass wir unser Auslieferungsziel erreichen können, vorausgesetzt, es gibt keinen weiteren Crash in der Finanzwelt", erklärte Enders.

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